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die Schule nahm er nicht an, kam aber nach Hermannstadt und gab in einem ausführlichen Gutachten seine Meinung über die Einrichtung der Schule ab. Er schreibt:
»Gestern abends ist mir, dem durch Puch berufenen, durch den sehr klugen und frommen Mann, den hochansehnlichen Herrn Bürgermeister(Petrus Haller) zweierlei vorgelegt worden, damit ich Euch darüber meine Meinung offenbare. Das Eine betrifft die Reformation der unter Eurer Herrschaft stehenden Kirchen, die Verbesserung der Sitten und die Einrichtung einer Verfassung; das Andere aber die Aufrichtung einer Schule, in welcher die Lehre vom Wort Gottes rein vorgetragen und deren Diener zur Verwaltung der Kirche, zur Erhaltung und Fortpflanzung der Lehre auf die Nachwelt herangebildet und die Jugend in den Wissen- schaften ausgebildet und unterrichtet werden soll.
Aufs Erste antworte ich: Wenn es bei Euch durchaus beschlossen ist(und dass Ihr es thuet, dazu ermahne ich Euch in dem Herrn) Eure Kirche zu reformiren, so müsst Ihr Euch vor Allem Mühe geben, dass Ihr für Männer sorget, die Gott wahrhaft fürchten, die klug sind und in den Geschäften der christlichen Religion bewandert. Weil aber ein erstaunlicher Mangel an solchen Männern besteht, so muss man jenes Wort von Terenz wahr machen; wenn das nämlich nicht geschehen kann, was Ihr wollt, so thut das, was Ihr könnt.
Uber die Art der Reformation aber braucht jetzt nicht verhandelt zu werden. Das wird dann geschehen, wenn Ihr beschlossen haben werdet, sie durchzuführen. Ich zweifle nämlich nicht, dass Eurem frommen Unternehmen der heilige Geist zur Seite stehen wird, damit durch ihn dieses Geschäft zu einem erwünschten Ende gelange, denn ich habe ein Buch von der Reformation, der Lehre und den Sakramenten im Jahre 1547 herausgegeben, aber in italienischer Sprache. Daher wird uns unter der Führung Gottes und mit Hülfe Eures Rathes, durch die Rede frommer Männer und ihren Beifall leicht sein, was wir zu erreichen wünschen.
Was aber das andere anbelangt, nämlich die Errichtung des Gymnasiums, frage ich, ob Ihr ein öffentliches und vollständiges Gymnasium errichten wollt, in welchem die heilige Theologie, Sprachen, alle Künste und Wissenschaften oder nur eine Partikularschule, worin die reine Theologie und Sprachen, nämlich die hebräische, griechische und lateinische, dann Dialektik und Rhetorik gelehrt werden. Wenn Ihr das erste wollt, so sind dazu jährlich ein paar tausend Dukaten nothwendig und dann, woher wollt Ihr soviele zu diesem Geschäft geeignete Männer nehmen? Ich wüsste es nicht. Der Herzog von Preussen hatte auch vor einigen Jahren diese Absicht, konnte aber seinen Wunsch nicht erfüllen. Fehlt es nicht auch in Wien an solchen Gelehrten? Haben nicht auch die Magnaten in Ungarn(wie mir gewisse bedeutende Männer in Pressburg berichteten) die Absicht, ein Gymnasium zu errichten? Bemüht sich nicht auch jener hochansehnliche und ehrwürdigste Petrus Petrovich in Temesvär ein Gymnasium zu gründen? Aber an all' diesen Orten ist ein grosser Mangel an Männern, wie man sie zu diesem Zwecke braucht. Wollt Ihr aber ein Partikular-Gymnasium einrichten, so sind weder soviel Männer, noch soviel Kosten erforderlich. Gleichwohl ist auch hiebei eine gewisse Summe Geldes noth- wendig. Es müsste dabei vorgesehen werden für folgende Lehrer: einen kundigen, frommen und gelehrten Theologen, welcher die reine Lehre des Wortes Gottes seinen Hörern vorträgt, einen zweiten, welcher die heilige hebräische zu diesem Geschäft sehr nothwendige Sprache, einen dritten, welcher die griechische, einen vierten, welcher die lateinische Sprache und einen fünften, welcher Dialektik und Rhetorik lehrt.
Aber woher sollen wir so viele Männer, welche in entsprechender Weise dieses leisten könnten, finden? Ich weiss es wirklich nicht. Wenn ein griechischer und hebräischer Lektor nicht gefunden werden könnte und auch ein Theologe nicht zu haben wäre, so würde ich,


