Aufsatz 
Geschichte des evangelischen Gymnasiums A.B. in Hermannstadt
Entstehung
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ihrer Entstehung waren. Sie waren wohl noch immer auf das Engste mit der Geistlichkeit ver- bunden, denn aus dem Stande der Geistlichen waren die Lehrer und die Methode war die alte der Klosterschulen, aber die Erhaltung der Schule fiel dem Stadtsäckel zur Last. So waren denn wohl in den sächsischen Städten die Schulen eine Kombination von Pfarr- und Stadt- schulen. Der Pfarrer hatte auf die Besetzung der Lehrerstellen hervorragenden Einfluss. Der Bischof gebot im Jahre 1438 dem Bistritzer Kapitel streng, dass ohne Willen des Pfarrers weder Schulmeister noch Glöckner aufgenommen und den Aufgenommenen ihre Einkünfte nicht geschmälert werden dürften.¹) Die Lehrer wurden aber von der Gemeinde gezahlt; nach der ältesten Hermannstädter Bürgermeister-Rechnung aus dem Jahre 1493 erhielt der Rektor aus der Stadtkassa als Gehalt(pro mensalibus) 20 fl.*)

Die Schule stand schon im fünfzehnten Jahrhundert an derselben Stelle, die auch jetzt ein Teil des Gymnasialgebäudes einnimmt; denn als im Jahre 1449 das Hermannstädter Kapitel sich ein Haus auf dem Kirchhof für 200 Goldgulden kaufte, führt der Rat auch»unsere Schule« als Nachbarhaus an.*) Aus einer Mitteilung der Bürgermeister-Rechnung aus dem Jahre 1501, dass der Wagen des Stadthannen Lehm von Hammersdorf auf den Kirchhof zur Schule geführt habe, damit die Wohnungen über der Schule ausgebessert werden,) erfahren wir, dass die Schule ein stockhohes Gebäude gewesen sein muss, und wenn der Stadtpfarrer im Jahre 1471 bei der Beschreibung der Korngruben, die er anlegen liess, die Schule alumnia nennt, so geht daraus hervor, dass sie auch von Schülern bewohnt war. ¹)

Einige Namen von Schulrektoren sind die dürftigen Nachrichten, die uns von dem Bestand der Schule im fünfzehnten Jahrhundert weitere Kunde geben. Eine Urkunde aus dem Jahre 1446 nennt den ältesten bisher bekannten Rektor unserer Schule, den Johannes Arnoldi aus Graudenz, Baccalaureus der freien Künste, als Zeugen bei der Transsumierung des von Gran ausgegangenen Befehls, dem Unwesen ein Ende zu machen, das sich Franziskaner und Domini- kaner erlaubten, indem sie gefälschte Ablassbriefe zeigten, von den Armen Geld erpressten, viel Unfug und schandbare Dinge trieben.) Vom 9. Februar 1457 wird uns ein weiterer Name bekannt: Magister Stephan von Grossschenk, der mit seinem Gehülfen Antonius, dem Sohn des Johannes Messerschmied, den Vertrag des Hermannstädter Stadtpfarrers, Nikolaus Rynesch mit der Stadt bezeugt, worin festgesetzt wird, wie viele Messen dieser aus den Einkünften der Abtei Kerz solle lesen lassen. Der Rektor hatte Theologie studiert, war Magister und wurde wenig später Pfarrer von Hundertbücheln.*) In den Bürgermeister-Rechnungen der Jahre 1493 und 1494 wird der Gehalt des Rektors ohne Nennung seines Namens angeführt, in den Jahren 1496 und 1497 war Matheus Rektor, der ebenfalls Theologie studiert hatte und dem die Stadt, als er im Jahre 1501 seine erste Messe las, Safran, Pfeffer und Fleisch für 2 fl. 70 d. verehrte.8) Erst vom Beginn des sechzehnten Jahrhunderts fliessen die Quellen für die Geschichte der Hermannstädter Schule reichlicher, aber auch diese beziehen sich nur auf die äussere Geschichte derselben.

Durch die Thätigkeit der Humanisten war das Studium der klassischen Sprachen, der antiken Welt in neue Bahnen geführt worden. Sie waren bemüht, die Erziehung aus dem

¹) Ver.-Arch. X, S. 226.

²) Quellen zur Geschichte Siebenbürgens.

³) Ver.-Arch. X, S. 205.

*) Quellen zur Geschichte Siebenbürgens, S. 355. ) Ver.-Arch. XI, S. 362.

) Ver.-Arch. X, S. 206.

¹) Ver.-Arch. X, S. 207.

) Quellen zur Geschichte Siebenbürgens 226 und 225. 1*