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Das Programm von 1851 enthält nun im Vergleich zu dem vorgehenden von 1832 außer dem Franzoͤſiſchen, das Martin Helm allen 4 Klaſſen in je drei wöchentlichen Stunden erteilte, noch folgende neu hinzugekommene Unterrichtsgegenſtände:
1. Hebräiſch, das Beneſiziat und Gymnaſiallehrer Dr. Blümmer mit 2 Stunden wöchentlich in Prima vertrat; 2. Anfangsgründe der reinen und angewandten Logik, welche Direktor Joſeph Helm in zwei wöchentlichen Stunden den Primanern vortrug; 3. Phyſik, welche Prima und Sekunda in einer gemeinſchaftlichen Stunde wöchentlich bei Herr⸗ mann höoͤrten;. 4. Naturgeſchichte, vertreten durch Seb. Kunkel mit einer Stunde wöchentlich für Sexta, wo Amphibien, Fiſche und Inſekten Unterrichtsgegenſtand waren, und einer Stunde wöchent⸗ lich für Quinta über Säugetiere und Vögel. Auch für Zeichenunterricht ſehen wir in dieſem Programm geſorgt; ihn erteilte in 2 woͤchentlichen Stunden Ludwig Rückert, ſo daß je zwei kombinierte Klaſſen 1 Stunde hatten. Geſangunterricht gab Fr. Joſ. Kunkel. Doch war, wie wir oben geſehen haben, Hebräiſch ſchon früher durch Arzberger und Kamp gelehrt worden, und die Vorträge des Direktor Helm über Logik können als Erſatz der vordem von Herold dozierten und im§ 2 des Studienplans von 1804 verlangten Pſychologie betrachtet werden. Auch Naturgeſchichte war im Studienplan vorgeſchrieben und früher ſchon gelehrt worden.
Im Griechiſchen iſt nach dem Programm von 1851 bedeutender Aufſchwung zu verzeichnen. Die Prima las unter Leitung des Direktor Helm die Antigone des Sophokles, unter Weyers An⸗ leitung 6 Idyllen des Theokritos.— Auch in der Mathematik begegnen wir erhöhten Anforderungen. Die Prima hatte
a) aus der Arithmetik: Auflöſung von Aufgaben aus der Zinſeszinsrechnung, Kombinationstheorie, Wahrſcheinlichkeitsrechnung und den binomiſchen Lehrſatz;
b) aus der Geometrie: die ebene Trigonometrie und den Anfang der ſphäriſchen. Der Unterricht in der ebenen Trigonometrie begann ſchon in der Sekunda.— Das Ziel des franzöſiſchen Unterrichts war Fertigung eines franzöſiſchen Aufſatzes.
Übrigens ſind im Programm von 1851 nur die im verfloſſenen Winterhalbjahre behandelten Lehrgegenſtände verzeichnet, da damals die bisher im Herbſt gehaltenen Prüfungen auf Frühjahr verlegt wurden und im vorhergehenden Herbſt bereits öffentliche Prüfungen gehalten waren.”
Anm. b. Das ganze Jahrespenſum der Mathematik für Prima iſt im Programm des folgenden Schuljahres (1851/52), wie folgt, angegeben: Mathematik(4 Stunden wöchentlich) bei Herrmann:
a) aus der Algebra: Auflöſung von Gleichungen und Aufgaben des 2. und des 3. Grades mit 1 und mit mehr als 1 unbekannten Größe. Die kubiſchen Gleichungen wurden nach der Probiermethode durch Näherung und mit der kardaniſchen Formel gelöſt, nach Herrmanns kurzer Anleitung zur Algebra;
b) aus der Geometrie: Wiederholung der ebenen Trigonometrie, die ſphäriſche Trigonometrie, Anwendung der letzteren auf die Auflöſung von Aufgaben aus der mathematiſchen Geographie, nach Herrmanns Anfangs⸗ gründen der Raumlehre, 3. Teil.


