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Sexta, Quinta, Quarta und Tertia von je einjährigem Kurſus und aus Sekunda und Prima von je zweijährigem Kurſus. Doch hatte keine dieſer Klaſſen ihr beſonderes Lokal und ihren geſonderten Unterricht; es waren nach, wie vor, zwei Jahrgänge zu kombiniertem Unterricht in einem Zimmer vereinigt. Alſo beſtanden faktiſch nur 4 Klaſſen von je zweijährigem Kurſus. Erſt vom Schuljahr 1868/69 an gelang es, den zwei unterſten Klaſſen ihren geſonderten Unterricht zu verſchaffen und zu erhalten. Von nun an beſtand eine einjährige Serta, die gleich der einjährigen Quinta ihren Unter⸗ richt für ſich hatte; dagegen blieben Quarta und Tertia, wie auch die zwei Jahrgänge der Sekunda und Prima kombiniert. Das Gymnaſium hatte alſo faktiſch fünf Klaſſen, von denen nur die zwei unterſten einjährigen Kurſus hatten, die höheren zweijährig waren. Im Schuljahr 1873/74, nachdem die Anſtalt an dem Acceſſiſten Heußlein und nach deſſen Abgang an dem neu angeſtellten Gym⸗ naſiallehrer Dr. Häling eine neue Lehrkraft gewonnen hatte, wurden auch die Klaſſen Quarta und Tertia getrennt, was beſonders für den griechiſchen Unterricht ſchon lange notwendig ſchien, da ſeither die Anfänger mit den Schülern zweiten Jahrganges auch dieſen Unterricht von wöchentlich 5 Stunden gemeinſam hatten. Die Gleichheit mit den preußiſchen Gymnaſien erheiſchte aber nun einen neun⸗ jährigen Gymnaſialkurſus. Dieſer wurde hergeſtellt im Schuljahr 1876/77, indem die Tertia zu zwei⸗ jährigem Unterricht in eine Unter⸗ und Obertertia geteilt wurde, und zwar zu geſondertem Unterricht. Dagegen blieben die beiden Jahrgänge der Sekunda(II. b. und II. a.) wie die beiden Jahrgänge der Prima(I. b. und I. a.) kombiniert bis zum Schuljahr 1877/78, wo zunächſt die beiden Jahr⸗ gänge der Sekunda geſonderten Unterricht erhielten. Im folgenden Jahre wurden auch die beiden Abteilungen der Prima zu eigenem Unterricht geſchieden. Es war ſomit gelungen, jeder der neun Klaſſen in allen wiſſenſchaftlichen Gegenſtänden mit Ausnahme des ſtets kombinierten Religionsunter⸗ richtes und zeitweiſer Ausnahme des Deutſchen, Franzöſiſchen, der Geſchichte und Geographie und der Naturwiſſenſchaft ihren geſonderten Unterricht angedeihen zu laſſen. Nur vorübergehend waren für die beiden Schuljahre 1880/82 die zwei Jahrgänge der Tertia mit Ausnahme des Griechiſchen in allen Unterrichtsgegenſtänden und für die beiden Schuljahre 1882/84 die zwei Jahrgänge der Prima in ihrem Unterricht kombiniert. Von da aber hatte jede der neun Klaſſen faſt in jedem wiſſenſchaftlichen Gegenſtand ihren beſondern Unterricht. Das Unterrichtsmaterial war nun im Anfang dieſer Periode nach Abgang des Schulpräfekten und Pfarrers Herold laut Programm vom Jahre 1832 nach den einzelnen Klaſſen und Lehrkräften folgendermaßen verteilt. I. In der oberſten Klaſſe behandelte
1. Der Religionsunterricht, welchen Prieſter Arzberger erteilte, die Notwendigkeit, Moͤglichkeit und Wirklichkeit einer höheren göttlichen Offenbarung, die chriſtliche Offenbarung insbeſon⸗ dere, die Kirche Chriſti, die göttlichen Eigenſchaften und die Tugendmittel.
2. In der Poetik gab Joſeph Helm Anleitung zur Kenntnis der Dichtkunſt überhaupt und der einzelnen Dichtungsarten insbeſondere mit Erklärung poetiſcher Muſter.
3. Griechiſche Syntaxis trug ebenfalls Joſeph Helm vor und gab zur Einübung der Syntarxis mündliche und ſchriftliche Überſetzungen aus dem Deutſchen in das Griechiſche und erklärte die Odyssee. Dagegen hielt Weyer Lektüre aus Xenophons Cyropädie.
4. Im lateiniſchen Unterricht behandelte Joſeph Helm die Aeneis und Ciceros Reden für Milo und den Dichter Archias, hielt Uebung in lateiniſchen Aufſätzen und mündlichen


