Aufsatz 
Geschichte des Bensheimer Gymnasiums nach den Urkunden dargestellt : 1. Teil / von Heinrich Dinges
Entstehung
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49 oder zwei Jahre in der oberſten Klaſſe des Gymnaſiums und unter dieſen wenigſtens ein halbes Jahr auf der oberſten Ordnung der oberſten Klaſſe zugebracht haben,*) erhalten von den Direktoren der Landes⸗ gymnaſien, wenn dieſen die Befugnis dazu eingeräumt iſt, den zum Beſuche der hohen Schule erforder⸗ lichen Exemtionsſchein ohne weitere Prüfung.*)

Darmſtadt, den 30. Dezember 1824.

v. Grolmann. Trygophorus.

*) Für diejenigen Gymnaſien, auf welchen noch zur Zeit eine von den Gymnaſien zu Gießen und Darmſtadt abweichende Klaſſeneinteilung beſteht, werden die Pädagog⸗Kommiſſionen die näheren, der inneren Einrichtung ſolcher Gym⸗ naſien entſprechenden und mit obenſtehender Verordnung harmonierenden Beſtimmungen erteilen.

1826. Das Programm, das am Ende des Schuljahres erſchien, enthält als wiſſenſchaftliche Bei⸗ gabe:Uber die Atellanen der Römer von Joseph Weyer, Gymnasiallehrer zu Bensheim, Mannheim, Druckerei von F. Kaufmann's Witwe.

Redeaktus zur Feier des Schuljahrſchluſſes war am 22. September, von morgens 9 Uhr ab, Preisverteilung am 24. September, nachmittags 2 Uhr.

1827, den 19. Februar feierte Se. Königl. Hoheit, Großherzog Ludwig I., vermählt mit Luiſe Karoline Henriette, Tochter des Prinzen Georg von Heſſen⸗Darmſtadt, die goldene Hochzeit. Direktor Herold gratulierte Gymnasii Benshemiensis nomine durch Einſendung und Veröffentlichung eines latei⸗ niſchen Feſtgedichts in Diſtichen mit nebenſtehender metriſcher Überſetzung.

Als wiſſenſchaftliche Beigabe zum Programme am Schluß des Schuljahres erſchien:Des Hierokles Erklärung des 11. bis 21. Verses der Pythagorischen goldenen Sprüche, übersetzt von Kirchenrat Dr. F. J. Herold, Direktor am Gymnasium zu Bensheim. Mannheim, Druckerei von F. Kauf- mann's Witwe.

Übliche Schlußfeier war am 19. September, Preisverteilung am 23. September.

Einführung des Schulgeldes am Bensheimer Gymnaſium.

Darmſtadt, den 1. November 1827.

Die Großh. Heſſiſche Pädagog⸗Kommiſſion der Provinz Starkenburg an Großh. Landrat v. Rüding und Großh. Gymnaſialdirektor, Kirchenrat Dr. Herold zu Bensheim. Einführung eines Didaktrums am dortigen Gymnaſium betreffend:

Wir benachrichtigen Sie hierdurch, daß Höchſten Ortes ein Didaktrum von jährl. 10 fl. für jeden Schüler der Quartanerklaſſe und 12 fl. für die Gymnaſiaſten der höheren Klaſſen des Gymnaſiums zu Bensheim feſtgeſetzt worden iſt, wonach Sie das weiter Erforderliche zu beſorgen haben.

Die Zahl der Schüler in den einzelnen Klaſſen des damals beginnenden Schuljahres ſiehe oben unter Frequenz der Schule, Ende.

1829, Zulaſſung zur Univerſität. Verordnung vom 21. September.(Regierungsblatt.)

Wer die Univerſität beziehen will, um ſich zum Staatsdienſt vorzubereiten, hat auch in Zukunft, bevor er zum akademiſchen Studium zugelaſſen wird, ſich nach den beſtehenden Verordnungen über die zum akademiſchen Curſus erforderlichen Vorkenntniſſe auszuweiſen.

Das Programm am Ende des Schuljahres 18281829 enthält als wiſſenſchaftliche Arbeit:Drei Elegien des Publius Ovidius Naso in metrischer deutscher Ubersetzung mit dem Urtexte von Joh. Martin

*) Auf Anfrage des Kirchen⸗ und Schulrats vom 22. März 1822 hatte Präfekt Reichert geantwortet: Nach einer Vorbereitung von drei Jahren bei dem Rektor werde eventuell ein Schüler in das Gymnaſium aufgenommen, bleibe dann vier Jahre im Gymnaſium und erhalte hierauf erſt das Maturitätszeugnis zur Beziehung der Univerſität, bei früherem Austritt aber nicht.