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Helm, provisorischem Lehrer am Gymnasium zu Bensheim, Mannheim, Druckerei von F. Kaufmann's Witwe.“ Redeaktus war am 25. September, Preisverteilung am 27. September.
1830, am 6. April ſtarb der hochherzige Förderer unſerer Schulen, Großherzog Ludwig I. Der Trauer um den dahingeſchiedenen, ſo ſehr geliebten Fürſten, und der Hoffnung auf eine ſegensreiche Re⸗ gierung ſeines Sohnes und Nachfolgers, Ludwig II., gab Direktor Herold in einem lateiniſchen Gedicht Ausdruck.
1830 ließ Direktor Herold(als Fortſetzung ſeiner 1827 veröffentlichten Arbeit) am Schluſſe des Schuljahres als wiſſenſchaftliche Beigabe zum Programm erſcheinen:„Des Hierokles Erklärung des 21. bis 31. Verses der Pythagorischen goldenen Sprüche in deutscher Ubersetzung, Darmstadt, gedruckt bei Karl Stahl, Gr. Kabinetsbuchdrucker.
Schlußaktus war am 28. September, Preisverteilung Tags darauf.
1830, den 13. September wurde die neue Pfarrkirche durch den Mainzer Biſchof Joſ. Vitus Burg eingeweiht. Direktor Herold verherrlichte auch dieſen Akt mit einem lateiniſchen Gedicht in Diſtichen mit nebenſtehender metriſcher Überſetzung. Das Gedicht führt die Widmung:„Reverendissimo, doctissimo Domino, D. Josepho Vito Burg, episcopo Moguntino, solemnitatibus consecrationis novi templi Bens- hemii peractis die XIII. Septemb. MDCCCXXX. scholares gymnasii Benshemiensis vespere cum facibus in agmen constructi piissimam venerationem significant interprete Franc. Josepho Herold. Darmstadii, typis Stahlianis.“ Die Gymnaſiaſten brachten alſo dem Biſchof einen Fackelzug.
1831. Das Programm, wodurch nach Herolds Abgang der proviſoriſche Direktor, Joſeph Helm, und die übrigen Lehrer zu den am 26. und 27. September ſtattfindenden Prüfungen einladen, Redeakt und Preisverteilung auf den 28. September angezeigt wird, hat keine wiſſenſchaftliche Beigabe.
Das Verzeichnis der im Jahre 1830 geſchehenen Einnahmen und Ausgaben des Fonds, aufgeſtellt vom Rechner J. A. Hainz am 18. Februar 1831, weiſt als Summe der Einnahmen 50,677 fl. 44 ³¼ Kr. auf, darunter an Überſchuß nach der vorjährigen Abrechnung 40,600 fl. 20 ¼ Kr. und an abgetragenen Kapilalien 2933 fl. 7 ¾ Kr. auf, ſo daß als Einnahmen für ſtändige Zinſen, Kapitalzinſen, Erbpacht, Temporalpacht, Teilgüter, verliehenen Zehnten, verkaufte Früchte und Wein, Schulgeld, verordnete Be⸗ träge u. A. noch 7144 fl. 16 ½¼ Kr. verbleiben. Das Schulgeld betrug 504 fl.
Die Ausgaben beliefen ſich auf 13,422 fl. 2 ½ Kr., darunter waren aber 6307 fl. neu angelegte Kapitalien, 1234 fl. 12 ¼ Kr. Steigſchillinge und 555 fl. 46 ¾ Kr. für angekaufte Immobilien, ſo daß für Beſoldungen, herrſchaftliche Abgaben und Steuern und ſonſtige Koſten nur 5325 fl. 3 ½ Kr. als wirklich verausgabt zu rechnen ſind. Die fünf Gymnaſiallehrer bezogen fl. 650, 600, 240, 275, 200.
Rechner des Fonds war in den erſten 20 Jahren dieſer Periode der Bensheimer Bürger Joh. Morell Schlinck, von 1824 bis 1827 Johann B. Joſt. Laut Schreibens Großh. Landrats v. Rüding vom 1. Dezember 1827 war Joſeph Auguſt Hainz gegen Kaution von 2000 fl. und mit 300 fl. Gehalt provi⸗ ſoriſcher Rechner geworden. Er behielt den Dienſt bis 1858.


