Aufsatz 
Geschichte des Bensheimer Gymnasiums nach den Urkunden dargestellt : 1. Teil / von Heinrich Dinges
Entstehung
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unterzeichnen, daß Ihnen dieſes Dekret vom heſſiſchen Landrat durch die Bürgermeiſterei zugeſtellt worden iſt.

NB. Dieſes Dekret iſt höchſt wichtig und möchte im Archiv zu bewahren ſein. Peter Killian. Der Bürgermeiſter: Meiſſel. Das Dekret liegt im ſtädtiſchen Archiv aufbewahrt.*) Bensheim, den 1. Mai 1824.

Geleſen die Gemeinderäte: Peter Konrad Claes. Fertig. Heinr. Schuſter. Georg Feiſt. Adam Beyſer. Johann Müller. Johann Philipp Lammert. Schero.

1825 erſchien zum Schuljahrsſchluſſe das erſte Programm des Bensheimer Gymnaſiums, deſſen Schulnachrichten wir oben unterUnterricht und Schulordnung mitgeteilt haben. Als wiſſenſchaftliche Beigabe enthält esDes Homeros Batrachomyomachie in metrischer deutscher Ubersetzung mit dem Urtexte von Joseph Helm, Professor am Gymnasium zu Bensheim, Mannheim, Druckerei von F. Kaufmann's Witwe. Der Schluß des Schuljahres wurde am 21. September, von morgens 9 Uhr ab, mit einem Redeaktus begangen; die Verteilung der Prämien geſchah am 25. September, nachmittags 2 Uhr, in der Pfarrkirche.

Aus einem noch erhaltenen Namensverzeichnis der Schüler, welche im Jahre 1825 eine Prämie erhielten, mag hier erwähnt werden, daß Leonhard Arzberger aus Bensheim, Schüler der erſten Klaſſe erſter Abteilung, den Preis in der Religionslehre, im lateiniſchen Stil, im Griechiſchen, in der Mathematik, in der Pſychologie und in der Kalligraphie bekam, während ſein Mitſchüler Franz Joſeph Herrmann aus Bensheim den Preis im deutſchen Stil, Franz Joſeph Reuter aus Bensheim den in der Geſchichte und Adam Johann Kauth aus Höchſt den in der Geographie erhielt. In der zweiten Abteilung der erſten Klaſſe wurde Adam Joh. Kauth mit dem Preis im deutſchen Stil und dem in der Kalligraphie, Johann Weikel aus Bensheim mit dem Preis im lateiniſchen Stil, im Griechiſchen, in der Mathematik und in der Geſchichte ausgezeichnet. In der zweiten Klaſſe erhielt Heinrich Meyer aus Bensheim den Preis in ſämt⸗ lichen Unterrichtsgegenſtänden. Preisträger in der dritten Klaſſe war in der Religionslehre Sebaſtian Kunkel aus Dieburg, im deutſchen Stil Georg Engelhardt aus Kirſchhauſen, im lateiniſchen Stil und im Schreiben Peter Joh. Finkelmeyer aus Fürth; im Griechiſchen, in der Mathematik und in der Geſchichte Bernhard Krauß aus Fürth; in der Geographie Jakob Kauth aus Höchſt. In der vierten Klaſſe erſter Abteilung erhielt Franz Joſeph Schlink aus Bensheim den Preis in ſämtlichen wiſſenſchaftlichen Unterrichts⸗ gegenſtänden und im Singen, wobei nur in der Religionslehre Johann Preiſer aus Heldenbergen gleiche Belohnung mit ihm erfuhr, während Johann Schröder, Peter Feldhofen, beide aus Bensheim, und Anton Köhler aus Fürth für ſittliches Betragen ausgezeichnet wurden und Konrad Thomas aus Bensheim und Simon Ahlbach aus Ilbenſtadt in der Kalligraphie Preiſe erhielten. Die zweite Abteilung der vierten Klaſſe hatte zu Preisträgern in der Religion Franz Joſ. Hartnagel aus Bensheim und Johann Dreyßig⸗ acker aus Frankenthal, im deutſchen Stil und in der Mathematik Konrad Bertſch aus Bensheim, im lateiniſchen Stil Alexander Wahlich aus Lorſch und Georg Köhler aus Fürth, im Schreiben Konrad Heinz aus Bensheim. Übrigens wurden mehr als drei Prämien an einen Schüler nicht gegeben.

1825, Regierungsblatt Nr. 3. Über die Prüfung zur Reife zum Behuf des akademiſchen Studiums. §. 5. Diejenigen Inländer, welche gar kein Landesgymnaſium beſucht haben, oder nicht unmittelbar von demſelben zur Univerſität übergegangen ſind, ſind verpflichtet, ſich bei der Prüfungskommiſſion in Gießen examinieren zu laſſen. Diejenigen dagegen, welche entweder alle Klaſſen eines Landesgymnaſiums beſucht

¹¹) Eine Partei des Gemeinderats hatte am 8. Juni 1822 einen von der geiſtlichen Behörde ſuspendierten Prieſter, als beliebt bei den Aufgeklärten, auf das durch den Abgang Müllers erledigte Benefizium vorgeſchlagen und ſich durch dieſes Verfahren einen Verweis von Allerhöchſter Stelle zugezogen. Darauf wollte der Gemeinderat den Kaplan Schero zu Ilbenſtadt, einen geborenen Bensheimer, präſentieren, Schero lehnte dankend das Anerbieten ab. Weyer, ein examinierter Philologe, war ſchon ſeit 1821 am Bensheimer Gymnaſium thätig.