Aufsatz 
Geschichte des Bensheimer Gymnasiums nach den Urkunden dargestellt : 1. Teil / von Heinrich Dinges
Entstehung
Einzelbild herunterladen

40

Herrmann qualifizierte ſich dann für Mathematik und behielt den Unterricht derſelben bis zu ſeiner Pen⸗ ſionirung im Jahre 1867. In dem letzten Programme unſerer Periode von 1831 gibt er ſeine Jahrespenſa folgendermaßen an. I. In der vierten Klaſſe:

a) aus der Arithmetik: von den Zahlen überhaupt; die vier Rechnungsarten in unbenannten und benannten ganzen Zahlen; die Lehre von den gemeinen und zehnteiligen Brüchen in unbenannten und benannten Zahlen nach Snell;

b) aus der Geometrie: die geometriſche Anſchauungslehre I., II. und III. Curſus und rechnende Elementar⸗Geometrie nach Hoffmanns Lehrbuch.

II. In der dritten Klaſſe:

a) aus der Arithmetik: die Lehre von dem Werte der Brüche; die Theorie von den Verhältniſſen und Proportionen, Anwendung derſelben in der einfachen, verkehrten und zuſammengeſetzten Regel de Tri, in der Geſellſchafts⸗, Vermiſchungs⸗ und Kettenregel nach Hoffmann;

b) aus der Raumlehre: Stereometriſche Anſchauungslehre und rechnende Elementar⸗Stereometrie nach Hoffmanns Lehrbuch.

III. In der zweiten Klaſſe:

a) aus der Arithmetik: Die vier Rechnungsarten in entgegengeſetzten und in Buchſtaben⸗Größen, Auflöſung der Gleichungen des erſten Grades mit 1, 2, 3 und mehreren unbekannten Größen nach Hoff⸗ manns Algebra;

b) aus der Geometrie: Grundlehren vom Kreiſe; Kongruenz der Dreiecke und leichte Anwendung derſelben; Theorie der Parallelen und Parallelogramme nach Hoffmanns geometriſcher Wiſſenſchaftslehre.

IV. In der oberſten Klaſſe:

a) aus der Arithmetik: Betrachtung der höheren Gleichungen überhaupt und Auflöſung kubiſcher und biquadratiſcher Gleichungen insbeſondere; die Lehre von den Progreſſionen und Logarithmen, An⸗ deutungen des Gebrauchs der letzteren bei Berechnung von Zinſeszinſen und Zeitrenten nach Hoffmann und Schön.

b) Aus der Planimetrie: Betrachtung der Polygone überhaupt und der regulären nebſt ihrer Konſtruktion insbeſondere nach Hoffmann.

c) aus der Stereometrie: Vorbereitungslehren von der Lage der Ebenen gegen einander, vom Körperwinkel, von der Konſtruktion der Körper; Raumverhältniſſe der prismatiſchen und pyramidaliſchen Körper und der Kugel; Ähnlichkeit der Körper; Andeutungen zur Berechnung ihrer Räume nach Hoff⸗ manns Lehrbuch. Auch erteilte Herrmann in dieſem Schuljahr hebräiſchen Unterricht in der Prima, von welchem er jedoch ſchon im nächſten Schuljahr befreit wurde und fortan befreit blieb. Nach Ausweis der vorhandenen Programme war in den vorhergehenden Jahren dieſer Periode die hebräiſche Sprache nicht gelehrt worden, ſie war auch in der Schulordnung nicht als Lehrgegenſtand bezeichnet.

Der im§. 13 der Schulordnung für die zweite und erſte Klaſſe(dort dritte und vierte Klaſſe genannt) vorgeſchriebene Unterricht in der Pſychologie wurde vor der Wirkſamkeit des Pfarrers und Präfekten Herold wohl nicht erteilt, alſo nicht vor dem Jahre 1823. Nach dem älteſten der uns vorliegenden Pro⸗ gramme, das am Schluſſe des Schuljahres 1825 erſchien, erteilte dieſen Unterricht Pfarrer Herold, aber nur in der oberſten Klaſſe, wie auch oben bemerkt iſt. Dasſelbe berichten in dieſer Hinſicht die Programme von 1826, 1827, 1829 und 1830. Nach Herolds Abgang wurde die Pſychologie laut Programm von 1831 ausgeſetzt; ebenſo laut Programm von 1832.

Die Beſtimmung des§. 19 der Schulordnung, nach welcher Dienstags und Donnerstags an den freien Nachmittagen die Schüler ſich im Induſtriegarten zu verſammeln hatten und Unterricht und ſchickliche Erholung abwechſeln ſollten, kam, wie mir der oben erwähnte Bensheimer Bürger(Gymnaſiaſt von