Aufsatz 
Geschichte des Bensheimer Gymnasiums nach den Urkunden dargestellt : 1. Teil / von Heinrich Dinges
Entstehung
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2. Deutſche Sprachlehre bei Benefizialverwalter Glanzner.

3. Lateiniſche Grammatik bei Profeſſurverwalter Helm.

4. Einzelne Überſetzungen aus Phädrus, Eutropius, tägliches Leſen des Cornelius Nepos bei Pro⸗ feſſurverwalter Helm.

5. Griechiſche Grammatik und Übungen im Üüberſetzen aus den Sammlungen von Jakobs bei Gymnaſiallehrer Weyer.

6. Mathematik. Das Gemeinnützlichſte aus den drei Elementen der Algebra und Geometrie bei Benefizialverwalter Glanzner.

7. Geſchichte der Griechen bei Gymnaſiallehrer Weyer.

8. Geographie. Allgemeine Überſicht derſelben und ſpezielle von Deutſchland bei Profeſſurver⸗ walter Helm.

9. Naturgeſchichte bei Benefizialverwalter Glanzner.

IV. In der vierten Klaſſe von zwei⸗, drei⸗, auch vierjährigem Curſus.

1. Religionslehre. Von der göttlichen Offenbarung, von der Abſicht der Sendung Jeſu, von der Kirche, von den göttlichen Tugenden, vom Gebete, von den Pflichten gegen Gott, gegen ſich und den Nächſten bei dem Direktor.

. Deutſche Grammatik bei Gymnaſiallehrer Grieſer.

. Lateiniſche Grammatik bei Gymnaſiallehrer Grieſer.

. Erklärung des Cornelius Nepos bei Gymnaſiallehrer Grieſer.

.Arithmetik und bürgerliche Geometrie bei Benefizialverwalter Glanzner.

. Naturgeſchichte bei Benefizialverwalter Glanzner.

. Muſik bei Gymnaſiallehrer Grieſer.

.Kalligraphie bei Gymnaſiallehrer Grieſer.

NB. Derſelbe erteilte in beiden letzten Gegenſtänden für alle Gymnaſialklaſſen Unterricht.

Mit wenigen unerheblichen Abänderungen bietet das am Schluß des Schuljahres 1826 heraus⸗ gegebene Programm dieſelben Unterrichtsgegenſtände bei denſelben Lehrern.

Im Programm von 1827 erſcheint bereits der Kandidat der Philologie Franz Joſeph Herrmann als Lehrer der Mathematik für alle Klaſſen an Stelle Glanzners. Er gibt ſeine Jahrespenſa in dieſem Fache wörtlich, wie oben Glanzner, an. Auch unterrichtete Herrmann die Schüler in einer Klaſſe zuſammen in den Anfangsgründen der franzöſiſchen Sprache. Doch erſcheint in den folgenden Programmen dieſer Periode kein franzöſiſcher Curſus mehr; er wurde alſo nur einmal gegeben. Die franzöſiſche Sprache war zwar in dem Studienplan von 1804 nicht als Lehrgegenſtand angeordnet, doch war nach der vorletzten Beſtimmung des§. 23 fakultativer Unterricht gegen beſondere Honorarien der erteilenden Lehrer geſtattet. Es war mir wahrſcheinlich, daß Mühlfeld franzöſiſchen Unterricht auf Grund angeführter Beſtimmung fakultativ, wenn auch ohne Honorar, erteilt habe, da er nach Bericht des Präfekten Reichert von 1804 denſelben gut erteilen konnte und auch Liebhaber dieſer Sprache war.(Es finden ſich noch Bücher in der Gymnaſialbibliothek von ihm, in die er ſeinen Namen alsCapraise Mühlfeld geſchrieben hat.) Doch auf Befragen erfuhr ich von einem ehrwürdigen Bensheimer Bürger, der das Gymnaſium von 18081815 beſucht hat, daß Mühlfeld zu alt geweſen ſei, um außer ſeinem obligatoriſchen Unterricht noch freiwillig fakultativen zu erteilen, überhaupt ſich möglichſt habe ſchonen müſſen; ſo habe er ſeinen griechiſchen Unterricht nur in ſeiner Wohnung im Pfarrhauſe gehalten. Während alſo in der erſten Periode den beiden oberen Klaſſen der lateiniſchen Schule franzöſiſcher Unterricht nebſt griechiſchem erteilt wurde, war in dieſer zweiten Periode die franzöſiſche Sprache weder obligatoriſcher Unterrichtsgegenſtand, noch wurde ſie, abgeſehen von der Bemühung Herrmanns im Schuljahr 18261827, fakultativ gelehrt. Der Kandidat der Philologie

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