Aufsatz 
Geschichte des Bensheimer Gymnasiums nach den Urkunden dargestellt : 1. Teil / von Heinrich Dinges
Entstehung
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war die Vorbereitungszeit unter dem Rektor ſeither regelmäßig dreijährig, nach welcher dann eventuell Aufnahme in die unterſte Grammatikalklaſſe erfolgte. Die Dauer des weiteren Curſus iſt darin für die vier Gymnaſialklaſſen als vierjährig bezeichnet. Auch das älteſte der uns vorliegenden Programme von 1825 gibt den Unterricht der unterſten Klaſſe, die ſeit Hallbauers Tod und Grieſers Anſtellung allerdings den Cötus der ehemaligen Vorbereitungsſtufe im Lateiniſchen etwas weiter, als in den 1809 erlaſſenen Zuſätzen zur Schulordnung eingeſchärft war, zu führen hatte, auf einen zwei⸗, drei⸗, auch vierjährigen Curſus an. Nach dieſem Programme erſcheint der Gymnaſialkurſus mindeſtens von ſechsjähriger Dauer, indem mindeſtens zwei Jahre für quarta, mindeſtens je ein Jahr für tertia und secunda und zwei Jahre für prima gerechnet ſind. Es waren nach dieſem Programm Lehrgegenſtände des verfloſſenen Jahres: I. In der oberſten Klaſſe, die einen zweijährigen Curſus bedingte:

1. Religionslehre. Natürliche Religion, höhere göttliche Offenbarung, deren Möglichkeit und Wirk⸗ lichkeit; Lehre von den göttlichen Eigenſchaften, von der Vorſehung, von der Kirche Chriſti bei Direktor, Kirchenrat Dr. Herold.

2. Deutſche und lateiniſche Stilübung, Rhetorik bei Profeſſor Helm.

3. Erklärung einzelner Stücke aus lateiniſchen Klaſſikern; dann zum täglichen Leſen für das ver⸗ floſſene Jahr Vergils Aeneis und Ciceros Reden bei Profeſſor Helm. Die Oden des Horaz und die römiſche Geſchichte des Livius bei Gymnaſiallehrer Weyer.

4. Griechiſche Grammatik bei Profeſſor Helm und Gymnaſiallehrer Weyer.

5. Erklärung der erſten Bücher vom Homers Odyſſee bei Profeſſor Helm. Erklärung von Xenophons Cyropädie bei Gymnaſiallehrer Weyer.

6. Mathematik. Das dritte Element der Algebra und Geometrie für die obere Abteilung, das zweite Element für die untere Abteilung bei Benefizialverwalter Glanzner.

7. Empiriſche Pſychologie bei dem Direktor.

8. Univerſalgeſchichte für die obere Abteilung bei Profeſſor Helm.

9. Geſchichte der Deutſchen für die untere Abteilung bei Gymnaſiallehrer Weyer.

10. Archäologie der Griechen und Römer bei Gymnaſiallehrer Weyer. 11. Allgemeine Geographie und die der übrigen Weltteile außer Europa bei Profeſſurverwalter Helm. 12. Encyklopädie der Wiſſenſchaften oder vielmehr Propädeutik für die verſchiedenen Fächer der akademiſchen Studien bei dem Direktor. II. In der zweiten Klaſſe von ein⸗ auch mehrjährigem Curſus.

1. Religionslehre. Fortſetzung der Lehre von den Geboten Gottes, von der Sünde und den Haupt⸗ ſünden, vom Gewiſſen bei dem Direktor.

2. Deutſche Sprachlehre und Stilübung bei Beneftzialverwalter Glanzner.

3. Lateiniſche Sprachlehre und Stilübung bei Profeſſurverwalter Helm.

4. Erklärung lateiniſcher Klaſſiker, einzelner Stücke aus Curtius, Cicero, Juſtin, und zum täglichen Leſen Cäſar, Salluſts Jugurtha und Ovids Verwandlungen nach Auswahl bei Profeſſurver⸗ walter Helm..

5. Griechiſche Grammatik und Leſeſtücke aus den Sammlungen von Krebs und Jakobs bei Profeſſor Helm und Gymnaſiallehrer Weyer.

6. Mathematik. Das erſte Element der Algebra und Geometrie bei Benefizialverwalter Glanzner.

7. Geſchichte der Römer bei Benefizialverwalter Glanzner.

8. Geographie aller Länder von Europa außer Deutſchland bei Profeſſurverwalter Helm.

9. Naturgeſchichte bei Benefizialverwalter Glanzner.

III. In der dritten Klaſſe von ein⸗, auch mehrjährigem Curſus.

1. Religionslehre. Von der Beſtimmung des Menſchen, von dem einzigen Suchenswerten, von der

Seligkeit, von der Verdammnis, von den Geboten Gottes bei dem Direktor.