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die von S. Margareta, welche der Landesherr zu vergeben hatte, war bereits 1566 eingezogen; das Benefizium S. Annae wurde vom Stadtrat zur Beſoldung des Stadtſchreibers beſtimmt; das der hh. drei Könige wird im Kompetenzbuch von 1566 nicht mehr erwähnt und war wohl ſchon damals und vorher die Beſoldung des Glöckners; die drei Pfründen S. Nicolai, S. Crucis und Beatae Virginis bekam der Diakon, die Einkünfte der Magdalenen⸗Pfründe erhielt der Kaplan an der Stadtkirche. Die übrigen Beneftzien ſcheinen nicht ſtändige Beſtimmungen erhalten zu haben; ſo hatte nach dem Kompetenzbuch von 1566 ein emeritierter Pfarrer„Werner Rumelandt“ die Barbara⸗Pfründe.
Anders geſtalteten ſich die Dinge unter dem Pfalzgrafen Friedrich III. Dieſer vereinigte die Altarpfründen ſamt dem ganzen Kirchenvermögen der Bergſtraße in einen Fonds, den er unter dem Namen „Heppenheimer Kollektur“ zur Beſtreitung des Kultus und Unterrichtes durch ſog. Kirchenbereiter und Kirchenknechte, auch Heiligenknechte genannt, verwalten ließ und nach ſeiner 1576 erlaſſenen kurpfälziſchen Güterverwaltungsordnung mit dem übrigen Kirchenvermögen ſeines Landes unter die Aufſicht der ſog. geiſtlichen Adminiſtration zu Heidelberg ſtellte. Die Benefizien waren alſo, als wären ſie ſupprimiert, der Heppenheimer Kollektur einverleibt, welche bis zum 14. December 1683 beſtehen blieb, an welchem Tage Erzbiſchof Anſelm Franz von Mainz ſie durch kurfürſtlichen Erlaß wieder aufhob. Sie beſtand demnach fort, als die Bergſtraße bereits 1623 wieder an Kurmainz gekommen war, unter den Mainzer Kurfürſten Johann Schweikard von Kronenberg 1604—1626, Georg Friedrich von Greifenklau 1626—1629, Anſelm Kaſimir von Wambold 1629— 1647, Johann Philipp von Schönborn 1647—1673, Lothar Friedrich von Metternich⸗Burſcheid 1673— 1675, Damian Hartard von der Leyen 1675—1678, Karl Heinrich von Metternich⸗Winneburg 1679 vom 9. Januar bis zum 26. September und auch noch unter Anſelm Franz, der 1679 zur kurfürſtlichen Würde gelangte.
Schon 1621 wollte der Mainzer Erzbiſchof Schweikard die Bergſtraße wieder einlöſen, doch die Pfalz, ſo ſehr auch ihr Kurfürſt Friedrich V. durch Annahme der böhmiſchen Königswürde 1619 in Be⸗ drängnis geraten war, weigerte ſich, die Einlöſung anzunehmen. Den 20. Januar 1621 kündigte Kurmainz die an die Pfalz ſchuldige Pfandforderung zur Rückzahlung auf den 3. Februar 1622 und ließ dieſe Kündigung unter dem 24. Januar 1621 notariſch inſinuieren; die Städte Speyer, Worms und Frankfurt a. M. waren in dem Kündigungsbrief als die Orte zur Entgegennahme des Pfandſchillings beſtimmt; doch Kurpfalz willigte in die Auslöſung nicht ein und es erſchien daher von Seiten der pfälziſchen Regierung niemand in den genannten Städten, um den Pfandſchilling in Empfang zu nehmen. Nun wandte ſich der Kurfürſt von Mainz an den Kaiſer Ferdinand II. und erwirkte dort das Urteil, daß die verpfändete Bergſtraße wieder an das Erzſtift Mainz zurückzugeben ſei. In Vollziehung dieſes Urteils fand 1623 mit Hülfe der ſpaniſchen Truppen unter dem General Don Ambrosio, Marquis von Spinola, die Okkupation der Bergſtraße für Kurmainz ſtatt. Der Kurfürſt von Mainz ließ ſich den 25., 26. und
Ritzhaub betreffen, eine Spur von der Intention ſich findet, daß der Prieſter des Laurentiusaltares auch Unterricht zu erteilen habe. Die hier gedachten Urkunden ſind:
1. Urkunde über Errichtung und Dotierung des Laurentiusaltares d. d. Montag nach St. Georg 1488.
2. Landesherrliche Beſtätigung dieſer Stiftung und ihrer Bedingungen durch den Pfalzgrafen Philipp, den Aufrich⸗ tigen, d. d. Heidelberg, Donnerstag nach dem Feſte der Apoſtel Philippus und Jakobus 1499.
3. Urteil und Befehl des Propſtes von St. Viktor zu Mainz vom 8. December 1512 an den Prieſter des Laurentius⸗ altares Valentinus Gambel, daß er zu Bensheim zu wohnen habe. Sehr auffallend wäre es, wenn der Prieſter wirklich auch zu Unterricht verpflichtet war, daß hier dieſe Pflicht nicht erwähnt iſt.
4. Das Teſtament der Eheleute Peter Ritzhaub vom 17. Juli 1514.
5. Erläuterung zu dieſem Teſtament, welche auch die Verleihung des Laurentiusaltares durch die 14 Schöffen der Stadt behandelt, d. d. Montag nach dem Sonntag exaudi 1516.
6. Ebenſo findet ſich in der Urkunde, welche Heckler S. 121 hat, keine Andeutung von einem onus doctionis.


