— 11—
Perf. heißt einfach: laß brennen. 8, 19 Medus infestus sibi luct. diss. armis]„Konſtr.: Medus inf. dissidet sibi(= discors est) luct. armis“. Nein; Med. inf., unſer alter Feind, diss. arm. sibi luct., zerfleiſcht ſich ſelbſt. 9, 20 reiectae patet ianua Lydiae]„rei. iſt Dativ.“ Natürlich iſt es das, aber bedauerlich iſt, daß ſich R. hierbei erſt auf Röhl berufen muß und daß er es noch in 3. Aufl. für den Gen. aus⸗ gab. 11, 1 Mercuri, nam te d. m.]„dieſes nam nach der Anrede iſt dem Homeriſchen Gebrauche des 1%(zur Begründung eines ausgelaſſenen Gedankens) nachgebildet.“ Es iſt gar kein Gedanke ausge⸗ laſſen; nam begründet einfach, weshalb H. ſich gerade an M. wendet. 13, 1 0(tkons Band.)„So be⸗ ginnen viele Horaz⸗Oden. Auch das iſt charakteriſtiſch für römiſche Poeſie“. Schade, daß R. nicht angibt, in wiefern. 14 me dicente. Den klaren Gedanken:„Du wirſt berühmt werden, wenn(weil) ich dich beſinge“ verdunkelt R. mit der ſeltſamen Bemerkung:„Denn ich will ſingen von dir, und dieſe Ankündigung macht die Quelle ſchon berühmt.“ c. 14 werden unter denen, die Auguſts Einzug feiern ſollen, in erſter Linie die Bräute und Mütter der heimkehrenden Krieger genannt. Nach R. „wird ein Triumphzug derer beſchrieben, an deren Sitten Auguſt am meiſten Freude haben mußte“. Nicht übel iſt auch der Zuſatz:„virginum, welches hier weniger gut hinzugefügt iſt, ſoll den Begriff Mütter voll erſchöpfen helfen.“ Hier iſt wirklich etwas„weniger gut hinzugefügt,“ aber nicht von Horaz. 19, 10 puer heißt nicht„der Schenk unter den Sklaven“; vgl. R. zu I 38, 1.— 24, 5 si figit Nec. clavos. Si iſt nicht= quoniam, ſondern rein kondicional. Auch 18, 5 si tener pl. cadit haed. anno leugnet R. irrig den kondicionalen Sinn. Es iſt die antike Auffaſſung: wenn der Menſch die ſchuldigen Opfer darbringt, kann er von dem Gott den Lohn beanſpruchen. V. 47 ff. fordert Horaz: Laßt uns Edelſteine und Gold, den Nährſtoff alles Böſen, den Göttern weihen oder ins nächſte beſte Meer werfen. R., der ſtatt m. proximum die aller Autorität bare Lesart m. Ponticum bietet, bemerkt dazu jetzt(4. Aufl.):„Man widmete auch dem Tiberis Schätze“ und beweiſt damit, daß er den Sinn des zweiten Teils der Alternative nicht verſteht. 26, 5 laevum m. qui Veneris latus custodit. Hier ſoll laevus=„glückverheißend“ ſein, während es 27, 15 unzweifelhaft das Gegenteil bedeutet. Richtig und mit treffender Begründung(ſ. d.) Kießling:„laevum ohne ſymboliſche Beziehung.“ 27, 38 vigilansque(lies: vigilansne) ploro]„enthält den Hauptbegriff: tat ich wachend das..., was ich nun beweine.“ Anſcheinend will R. vigil. dem Sinne nach zu commissum ziehen. Jedenfalls erſchwert er dem Leſer ohne Not das Verſtändnis der klaren und einfachen Stelle: wache ich(jetzt) oder träume ich? 29, 55 virtute me involvo. virtus heißt weder hier noch ſonſt irgendwo„Erkenntnis.“ 30, 2 reg. situ pyram. altius. Situs iſt structura, moles(Döring, Orelli, Georges, Ri. Schü. Kü.); dagegen faßt es R.(nach Na. Kie.)= squalor, s5οα. Allein die Pyramiden konnten vor 2000 Jahren noch weniger als jetzt„Schutt und Moder“ genannt werden, und dann iſt der Sinn doch offenbar: Mein Werk iſt noch dauernder als Erz und noch höher als der königliche Bau der P. Wollte gar H.„in ſeiner humoriſtiſchen Weiſe in situ ſein Urteil über den Wert dieſer Monumente ausſprechen“, ſo würde er ja gerade ſelbſt ſein Verdienſt herabſetzen. 11 paup. aquae Daunus]„Das Epitheton geht natürlich mehr auf das Volk“. Nein, auf das Land. IV 2, 3 daturus(nomina ponto)„iſt nicht wirkliche Abſicht des ſich in die Höhe Schwingenden, ſondern wird ihm als Abſicht untergeſchoben.“ Falſch: Das Part. Futur. drückt wie unſer„um zu“ die Beſtimmung des Schickſals aus. 4, 47 Poenorum tumultus iſt nicht„ein Krieg um die Exiſtenz“, ſondern ein Krieg in Italien im Gegenſatz zum dellum iustum außerhalb des Landes. Aus Livius 21, 16 wiſſen wir, daß tumultuari weniger iſt als belligerare. 8, 13 marmora notis incisa heißt nicht„behauen“. 13, 18 quid habes illius, illius]„Schiebe ein ja’ ein: er, ja er“. Mag man mit Kie. faciei zu illius ergänzen oder(Na.) Lyce ſelbſt darunter verſtehen: R.s Überſetzung iſt in beiden Fällen unmöglich. Ep. 2, 27 fontes lymphis obstrepunt manantibus. Kie. hat Marklands Konjektur frondes aufgenommen; bleibt die überlieferte Lesart, ſo kann der Sinn nur ſein: Das Geräuſch der plätſchernden Quellen miſcht ſich mit dem Murmeln der Wellen des Bachs. Sinnlos iſt R.s Bemerkung:„Das durchfließende Gewäſſer wird von Quellen geſpeiſt, ſo daß es ſich ausbreitet.“ 14, 13 si non pulchrior ignis acc. Jlion]„d. h. wenn dein Mädchen ebenſo edel iſt wie das, welches an dem Brande Ilions ſchuld war. Helena wird von Homer wie von Horaz als ein edles Weib geſchildert(vgl. I 15).“ Nicht als edel, als ſchön preiſt ſie Homer— iſt doch nach Leſſing die ganze Ilias„auf die Schönheit der Helena gebauet“—, und ſchön heißt pulcher hier wie überall. Bezüglich des Horaz kann R. ſeine Behauptung mit O. I 15 gewiß nicht belegen— bemerkt er doch ſelbſt zu V. 15 tuae„verächtlich: Deiner Liebſten“—, auch nicht mit IV 9, 13 ff., am wenigſten mit Sat. I 3, 107.
7. Den rhetoriſchen Figuren widmet R. eingehende Beachtung; nur ſuht er ſolche öfters auch da, wo ſie nicht zu finden ſind. III 20, 3 d. post paulo fugies inaudax pr. raptor iſt kein


