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unglaubliche Dinge von der Beſtechlichkeit der Gemeinderäte von Athen erzählt hat, Dinge, die nachzuprüfen ich natürlich nicht in der Lage war.
Die Namen der obengenannten Wohltäter hat man in ihren Stiftungen(Arsakeion, Varvakeion, Zappeion), z. Z. auch in Straßen⸗ benennungen verewigt; doch gehen hier auch die Europäer nicht leer aus, wie die OAOY BTPENOXY, PAMBQOTA u. a. beweiſen. Natürlich ſind die antiken Namen in der Überzahl. Es klingt wie ein Vorwurf, wenn es im Meyer S. 119 heißt:„Selbſt des Perikles und Sokrates Namen hat man durch Üübertragung auf irgend eine Gaſſe noch ſicherer der Unſterblichkeit zu überliefern geglaubt.“ Ich frage dagegen: welche Stadt hierzulande würde es ſich nehmen laſſen, ihrer großen Söhne auch in den Straßen⸗ benennungen zu gedenken? LCokalpatriotiſchen Perſonenkult kann man doch einer Stadt nicht vorwerfen, die zwar dem Deutſchen O. Müller, dem Franzoſen Lenormand, dem Engländer Byron Denkmäler geſetzt hat, aber — und mit Recht— keinem einzigen ihrer großen Männer aus alter
Zeit.
Wohl aber haben die Neugriechen neben einem gewiſſen Hang zum Pathetiſchen das berechtigte Streben, auch in Kleinigkeiten antike Er⸗ innerungen zu wecken. Nõöpoc äpeéy! heißt es auf den Schachteln der Monopol⸗Zündhölzer.*) Eine Nol³h zoXoußr(Schwimmſchule) trägt weithin ſichtbar als ſinniges Motto den Vers des Euripides: dAααααα TNCSN dyta Tay dπαν α⁴*ε), und auf der automatiſchen Perſonenwage am Eintrachtsplatz ſteht zu leſen: †96, ee ie ee er (Erkenne dich ſelbſt— für 8 Pfennige.)
Eigenartig berührt unſer einen im Anfang die Ausſprache. Für ſie ſind die einſt getrennten Laute,, et, l, or in den i⸗Laut zuſammengefloſſen; av und so ſind aufgelöſt in af und ef, d und à werden geliſpelt, 8 wie w,& wie s geſprochen.***) Anfänglich erkennen wir die uns längſt geläufigen Wörter kaum wieder, wenn wir ji ſtatt ge, iwi ſtatt hebe, ine ſtatt einai(= iſt, urſpr.= ſein), i naftä ſtatt hoi nautai ſprechen hören. Daß die Sprache damit an
*) Die übrige Aufſchrift möge zeigen, wie leicht die Sprache der
Hiſtoriker und Philoſophen ſich den Bedürfniſſen des täglichen Lebens
anpaßt: Ilopeta àxννοονα Aveo deioo at„οσρσόςοο Avdxτouοt
H6vOy Tpi6Heva Sl ry ASOSGy ro? zuiod.
*) Das Meer ſpült alle Leiden der Menſchen weg.
***) Verloren hat die Sprache außer dem Dativ(ſ. o.) den Dualis, das Medium, den Inſinitiv, Optativ, das Futur, das Perfekt und Plusquamperfekt.


