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dicht mit Olbäumen beſtanden. Aus Ciſternen wird das Waſſer mit Göpelwerken in Behälter gepumpt; niedrige Dämme verhindern, daß das Regenwaſſer ungenutzt abfließt. Dann zieht ſich die Bahn in ſcharfem Bogen ſüdweſtlich zwiſchen den Ausläufern des Parnes und des Aigaleos hindurch. An der engſten Stelle iſt zu beiden Seiten die ſtattliche Mauer ſichtbar, die einſt den Paß zu ſperren beſtimmt war. Die Aleppo⸗Kiefern zur Linken zeigen die Wunden, die man ihnen zur Harzgewinnung ge⸗ ſchlagen hat. Bald iſt nun die Thriaſiſche Ebene erreicht, und nach einem Viertelſtündchen ſind wir am Ziel. Das Dorf mit ſeinen 1400(albaneſiſchen) Bewohnern bietet nichts von Intereſſe, um ſo mehr das großartige Trümmerfeld des Myſterientempels und der ſich einſt daran anſchließenden Bauten. Das Heiligtum liegt am Oſtabhang der Höhe, die einſt die Akropolis trug, jetzt eine Kapelle. Das kleine Muſeum lohnt kaum den Beſuch. Es liegt am Südhang des Burghügels, der ſich bis hart ans Meer erſtreckt, an dem leider eine ſtimmungswidrige Zementfabrik raucht. Nicht weit vom Muſeum liegt, dem Uneingeweihten ſchwer auffindbar, ein in den Felſen getriebenes„pelasgiſches“ Grab, ein Kuppelgewölbe(d6XG0½) mit Zugang. Wenn es auch an Größe und Berühmtheit hinter dem „Schatzhaus des Atreus“ in Mykenge zurückſteht, ſo war es mir doch als das erſte, was ich der Art ſah, von Intereſſe. Die Höhe, die hinter der Akropolis noch etwas ſteigt und auf dem höchſten Punkt einen fränkiſchen Turm von gewaltigen Dimenſionen auf antikem Unterbau trägt, gewährt eine entzückende Ausſicht. Die Bucht von Eleuſis erſcheint hier ganz wie ein Binnenſee. Uns gegenüber erhebt ſich die felſige Küſte von Salamis*); zur Rechten ragen die„Hörner“ des Kerata⸗Bergſtocks empor, zur Linken der Aigaleos. Der Bergrücken, auf dem wir ſtehen, muß in grauer Vor⸗ zeit vom Meer bedeckt geweſen ſein; das beweiſt die Menge vorzüglich er⸗ haltener Seemuſcheln, womit er förmlich überſät iſt. Von hier oben ge— wahrte ich zum erſtenmal die eigenartig rotviolette Färbung des Meeres, die uns einzelne Farbenbezeichnungen bei Homer erklärlich macht, und die ich ſpäter auch bei Athen und auf dem Schiffe beobachtete. Nicht ver⸗ ſchweigen will ich, daß Dr. Prandtl von einem Rot nichts ſehen wollte, doch wurde meine Beobachtung bei einer ſpäteren Gelegenheit durch das Urteil ſämtlicher Schiffspaſſagiere beſtätigt, die übereinſtimmend erklärten, man könne die vorherrſchende Farbe nur als rot bezeichnen. Die Er⸗
*) Jetzt Kuluri. Die wenig fruchtbare Inſel, mit nicht ganz 7000
Einwohnern, Hauptſtation der griechiſchen Flotte, iſt 12 Km lang und breit.


