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Landſchaft*). Die Bäume der Anlagen und Alleen werden in der heißen Jahreszeit täglich berieſelt. Im übrigen beweiſt der mit dichtem Gebüſch und mächtigen Bäumen beſtandene Schloßgarten ſowie die waldartigen Anlagen von Tatoi(Dekelea), gleichfalls eine königliche Schöpfung, was ſich auch heute noch dem attiſchen Boden abringen läßt. Ein ähnlich bevorzugter Platz iſt Kephiſia, 3 Stunden von Athen gelegen, noch heute der beliebte Landſitz wohlhabender Athener, wie es einſt der des Herodes Atticus war. Wer vom Bahnhof aus das Städtchen betritt, gewinnt den Eindruck eines vornehmen Badeortes. Wohlgepflegte Teppich⸗ beete wechſeln mit dichtem Beſtand an Laub⸗ und Nadelholz; ſchattige Lauben und lauſchige Plätzchen allenthalben; zahlreiche hübſche Villen in üppig grünenden Gärten bringen einen höchſt erfreulichen Eindruck hervor. Und die Urſache all dieſer Herrlichkeit? Ein ſtarker, nie verſiegender Quell (Kephaläri), deſſen Waſſer ſofort ſegenbringend nach allen Richtungen geleitet wird und im Sommer ſchwerlich den Kephiſos erreicht. Wie behaglich ſitzt ſich's unmittelbar neben der Quelle im»éoy zaꝓρςτaéoy des Herrn K. A. Eöa-rενQμιοσς, und es ſtört uns auch nicht, daß der pedhi (ardi, Kellner) in demſelben Quellbecken die Flaſche für den Gaſt füllt, in dem eben ein Burſche Kopf und Hände gewaſchen hat; ſo wohl tut nach all der Trockenheit und Hitze der Anblick des rinnenden Waſſers. In Kephiſia, das hart am Fuße des Pentelikon liegt, macht ſich die Nähe des Gebirges auch in der friſchen Luft angenehm bemerkbar.
Größere Fußwanderungen verbot die Hitze; ſie ſcheinen aber auch ſonſt in Griechenland ſo wenig üblich wie in Italien, wo man zur Be⸗ ſteigung des Veſuv von nur 1100 m Höhe ein Reiſebureau in Anſpruch zu nehmen pflegt. Wo nicht gerade eine Bahn zu Gebote ſteht, bedient man ſich der Reitpferde, die überall billig zu haben ſind. Der des Reitens unkundige Reiſende pflegt ſich der herrſchenden Landesſitte gemäß einſeitig zu ſetzen wie bei uns die Damen.**) Zu unſerm Ausflug nach Lefſina(Eleuſis) benutzten wir(d. h. Dr. Prandtl und ich) die Bahn. Vom Peloponnesbahnhof geht die Fahrt anfangs zur Umgehung des Aigaleos⸗Gebirges rein nördlich durch das Kephiſostal bis dicht an die Stätte des alten Demos Acharnä. Die Gegend iſt gut angebaut und
**) Dagegen iſt es ein Anachronismus, wenn wir ſie auf der Anſicht der rekonſtruierten Akropolis von R. Bohn(Launitz, Wand⸗ tafeln XXIV) zahlreich dargeſtellt finden.
*) Die ſeltſame Sitte hängt vielleicht mit der griechiſch⸗albaneſiſchen Nationaltracht zuſammen, deren auffallendſtes Stück ein bauſchiger, faltenreicher kurzer Rock nach Weiberart iſt, die ſog. Fuſtanella.


