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haften Sitzſtufen ſollen das Theater ſein, das auf Bildern ſo wohlerhalten ausſieht? Er tröſtete mich mit der Verſicherung, von oben ſehe die Sache ganz anders aus, und er hatte recht. Steigt man etwa zur halben Höhe des Zuſchauerraumes empor, der 30,000 Menſchen faßte, ſo liegt der ganze Bau mit ſeinen s„xièec und daera klar wie ein Grundriß vor unſeren Augen, und eine Reihe Marmorſeſſel für Ehrengäſte ſind erſtaunlich gut erhalten. Die Wärterbude, die manche Abbildungen(Bau⸗ meiſter) noch mitten in der Orcheſtra zeigen, hat man ſeitab verſetzt, wo ſie weniger ſtört. Mütter mit Kindern benutzen die Prachtſeſſel als bequeme Sitzgelegenheit, alte ipodimata(ö5uara, Schuhe) liegen hier und dort verſtreut, und Ziegen knappern das Gras ab, das zwiſchen den Marmorquadern aufſprießt.
Vorbei am Asklepieion und dem Odeion des Herodes gelangen wir auf ſteilem, felſigem Pfad zum Eingang der Burg, wo wir den Anſturm von Führern, Anſichtskarten- und Markenverkäufern auszuſtehen haben. Links in geringer Entfernung(200 m) erhebt ſich die zerriſſene Felsmaſſe des Areopag(150 m ü. M.). Der Burgfelſen ſelber überragt mit 156 m Meereshöhe das Niveau der Stadt um etwa 80 m. Etwa doppelt ſo hoch als das Kapitol, macht er durch ſeine ſteilen Wände einen unvergleichlich grandioſeren Eindruck. Durch das Beuléſche Tor ſteigen wir, die Baſtion mit dem Niketempel rechts laſſend, die unbequem hohen Marmorſtufen zu den Propyläen hinan, und bald ſtehen wir auf der flachgeneigten Hochfläche der Burg, die mit unzähligen Marmor⸗ trümmern förmlich überſät iſt. Ein Gemiſch von Andacht, Wehmut und Bewunderung beſchleicht den nordiſchen Wanderer auf dieſer geweihten Stätte. Doch die Sonne neigt ſich ſtark, und mit ihrem Untergang wird das Tor geſchloſſen. Zum Glück wird dieſer erſte Beſuch nicht unſer letzter ſein. Alſo noch einen flüchtigen Blick auf das herrliche Erechtheion, auf das Poſtament, das einſt des Phidias rieſige Broncefigur der Athene Promachos trug, die pelasgiſchen Mauerreſte und vor allem auf den goldig ſchimmernden Parthenon, in dem Kunſtſinn, Wohlſtand und frommer Glaube des begabteſten aller Völker ihre Verkörperung gefunden haben. Er iſt auch in der ruinenhaften Geſtalt, in die er mehr durch Menſchen⸗ hände*) als durch die Zeit verſetzt worden iſt, ein bewunderungswürdiger
*) Die ſchwerſte Beſchädigung erlitt er durch eine Pulverexploſion(1687) während der Beſchießung durch die Venetianer. Bekannt iſt auch die Wegführung der Giebelfiguren ꝛc. durch Lord Elgin. Der Bau hat zeitweilig als chriſtliche Kirche, dann als Moſchee gedient.


