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wohlhabender Kaufleute und europäiſcher Diplomaten. Höchſt maleriſch ſind auch die alten Feſtungswerke von Rumeli Hissar mit den eingebauten Häuſern, denen auf der aſiatiſchen Seite die Schanzen von Anatoli Hissar gegenüber liegen. Bei Jenimahalle, einem alten Städtchen mit unendlich pittoresken Holzhäuſern, gewinnen wir einen Ausblick auf das ſchwarze Meer; hier ſind wir— um ½ 12 fränkiſcher, ³35 Uhr türkiſcher Zeit— am Ziel unſerer Spazierfahrt und zugleich am Ende unſrer Reiſe angelangt.
Nur zu raſch ſchwanden die 5 Tage dahin, die ich für Konſtantinopel vorgeſehen hatte, um mit der„Pera“ die Rückfahrt anzutreten. Zeitig war ich an Bord und betrachtete mit behaglicher Ruhe das Getriebe zu Waſſer und zu Land. Hier die Kaiſtraße mit ihren ſchmutzigen Kaffee⸗ häuſern, vor denen Gruppen rauchender, Domino ſpielender Tagediebe ſitzen; daneben zweideutige Vergnügungslokale niederſten Genres, unter denen das IIOATOEAMA ANATOAIKON— Variété Orientale— des Herrn Iſaak Goldſtein auffällt. Dort das Gewimmel unzähliger Fahrzeuge von den ſchweren, vorſintflutlichen Seglern bis zu den modernſten Nachten und Benzinmotoren. Sollen doch an 40 000„Kaiks“ den Verkehr auf dem Bosporus vermitteln. Während man in den meiſten Häfen die erforderliche Tiefe nur durch unaufhörliches Baggern erhalten kann, während man die Bucht von Smyrna durch Ableitung des Hermos vor Verſandung ſchützen mußte, ſah ich hier große Steinmaſſen hart am Kai in die Tiefe verſenken, um ein Unterſpülen der Ufermauern zu verhüten. Die ſchwerſten Kriegsſchiffe können unmittelbar am Kai landen, und das Waſſer iſt, gleichfalls infolge der Strömung, auch im Hafen von ſo klarer Bläue, daß man die Bewegung der arbeitenden Schraube unter dem Waſſerſpiegel deutlich wahrnimmt. Doch jetzt lotſt uns ein kleiner Schlepper zwiſchen den nachbarlichen Fahrzeugen hindurch, und bald verfolgt die„Pera“ im freien Fahrwaſſer raſch ihre Bahn. Noch lange haftet der Blick wie gebannt an den Herrlichkeiten, die nur langſam entſchwinden, und wir verſtehen Lord Byron's Ausſpruch:„Ich ſah Athens geheiligte Räume, Epheſus' Tempel ſah ich und war in Delphi, ich habe Enropa durchſtreift von einem Ende zum andern und Aſiens ſchönſte Länder beſucht; aber nie erfreute mein Auge ein Anblick, dem von Konſtantinopel vergleichbar.“
Wir haben das Marmara⸗Meer hinter uns. Zum zweitenmal gleitet das Schiff, diesmal mit der Strömung, durch den Hellespont; zum zweitenmal fahren wir an der Küſte von Troja hin und haben Gelegenheit,


