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Die weitere Umgebung iſt öde und ſtaubig, und die zahlreichen(gegen 90!) Fabriken(d ocraäca), aus denen über 40 hohe Schlote emporragen, ſtimmen ſchlecht zu der Vorſtellung, die der klaſſiſch Gebildete mitzubringen pflegt. Doch fehlen auch nicht die Reſte aus großer Zeit; noch ſieht man die Fundamente von Türmen und Mauern, letztere bis zu 8 m dick, darunter die Anſatzſtellen der berühmten ozénn; noch die Rinnen, in denen die Schiffe ins Waſſer glitten, und am Fuß des Leuchtturms nördlich der Hafeneinfahrt das angebliche Grab des Themiſtokles, dem Athen dieſen Hafen verdankt.
Iſt der Piräus die Stätte geräuſchvollen Handels und reger Gewerb⸗ tätigkeit, ſo bietet(Neu⸗) Phaleron, das wir mit der elektriſchen Bahn in wenig Minuten erreichen, das Bild eines vornehmen Seebades. Hier verſammelt ſich an Sommerabenden die elegante Welt der nahen Haupt⸗ ſtadt. Ein hübſches Theater und ein komfortables Reſtaurant ſtehen dicht am Strande, etwas weiter das blendend weiße, mit Statuen und hoher Kuppel geſchmückte Hotel Aktäon, ein Prachtbau, wie es deren in Europa wenige gibt. Allenthalben tummelt ſich eine fröhliche Menge, die von dem ſchmutzigen Volk in Piräus angenehm abſticht. Zahlreiche Bade⸗ anſtalten ſind an dem lang ſich hinziehenden Strand bis nach Alt⸗Phaleron verteilt und erfreuen ſich eines ſtarken Beſuchs. Das Fehlen von Ebbe und Flut erlaubt es die Badehäuſer ins Meer hinein zu bauen, ſodaß hier Badekarren unbekannt ſind. Die Waſſertemperatur betrug, ſo oft ich ſie maß, 27°C. An die Ungeniertheit der Griechen, die beim Baden jede Hülle verſchmähen, gewöhnt man ſich bald; natürlich ſind die Geſchlechter ſtreng getrennt..
Der Strand von Phaleron gewährt einen prächtigen Ausblick auf die weite Bucht, die von Nachten und Seglern belebt iſt. RNechts erhebt ſich, das ganze Hafengebiet beherrſchend, die Höhe Munychia(87 m), heute Berg des heil. Elias*) genannt. Der uns zugekehrte Hang trägt zahlreiche Villen, während der obere Teil kahl iſt; nur ein Waſſerreſervoir und eine Strandbatterie haben dort Platz gefunden. Von da läßt ſich am beſten das Hafengelände überblicken; hier kann man ſehen, was es heißt, wenn eine Landſchaft wirklich von der Natur auf die See hingewieſen iſt: 4 natürliche Häfen dicht bei einander, nämlich zwiſchen Piräus und Phaleron noch Munychia und Zea, die beiden letzten kreisrund, wie mit dem Zirkel
*) Der Name kehrt in Griechenland häufig wieder; er findet ſich auf Euböa, Aegina Kerkyra, Salamis, Lesbos, Thera ſowie mehrfach auf dem Feſtland.


