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nordiſchen Häfen den Konkurrenzkampf mit den weit günſtiger ſituierten Italienern, Franzoſen und Oeſterreichern erfolgreich aufgenommen haben.
Die Küſte des Feſtlandes iſt noch pittoresker als die von Sicilien. Hier, wo die letzten Ausläufer der Apenninen ſich in der kalabriſchen Halbinſel verlieren, entfalten ſie noch einmal die volle Schönheit ihrer Romantik in wilden, ſtark zerklüfteten Felsmaſſen. Keck thronen hier und da Ortſchaften hoch oben auf den Gipfeln kahler Berge oder ducken ſich ſcheu in die Schluchten an ihrem Hang. Eine ſteile Felspyramide feſſelt die Blicke in beſonderem Maße. Dem von Südoſten kommenden Schiffer bietet ſie, wie wir auf der Rückfahrt beobachten konnten, ganz die Form einer Pappel⸗ oder Cypreſſengruppe. Beim Näherkommen ſieht man mit Verwunderung, wie die winzig erſcheinenden Würfel eines Dorfs ſich in eine Falte des bizarren Felsgebildes geſchmiegt haben. All dieſe An⸗ ſiedlungen reichen fraglos in eine Zeit zurück, in der die Rückſicht auf Sicherheit jede andre überwog. Weit bequemer haben ſich die Bewohner der freundlichen Ortſchaften gebettet, die ſich längs dem wohlangebauten grünen Strand angeſiedelt haben. Die größte iſt das ſtattliche Reggio, die Heimat des Ibykus. Die Küſtenbahn, die von hier nach Tarent führt, ſieht man an vielen Stellen mittels Brücken das breite Mündungs— gebiet gänzlich ausgetrockneter Flüßchen überſpannen. Von Sicilien haben wir uns inzwiſchen mehr und mehr entfernt; längſt iſt ſein Uferland in Dunſt verſchwommen, nur der Koloß des Atna(3300 m), eine regelmäßige Pyramide mit gewaltiger Baſis, bleibt noch lange deutlich ſichtbar, bis die Nacht das Schiff in ihre Schatten einhüllt.
Den ganzen folgenden Tag(8. Auguſt) ſehen wir nichts als Himmel und Waſſer; wir befinden uns im Joniſchen Meer, und ein ſtärkerer Seegang läßt manche Paſſagiere etwas Seekrankheit koſten, die von den Befallenen mit Humor getragen wird und bei den Verſchonten eine harm⸗ loſe Schadenfreude weckt, wenn die blaſſen Geſtalten das leckre Mahl vor der Zeit verlaſſen müſſen. Übrigens tafeln wir heute früher: Der Steward hat die Uhr, der griechiſchen Zeitrechnung entſprechend, für die der Meridian von Athen maßgebend iſt, 35 Minuten vorgeſtellt, während zu⸗ gleich der Kalender um 13 Tage zurückgeſchraubt wird.
Der kürzeſte Weg nach Athen, unſerm nächſten Ziel, würde von Cap Spartivento oſtwärts durch den Golf und den Kanal von Korinth führen. Seine Geſchichte iſt nicht unintereſſant. Schon im Altertum hatte man den ſchmalen Iſthmus zu durchſtechen verſucht. 1881 erhielt die Türr'ſche Geſellſchaft von der griechiſchen Regierung die Konzeſſion,


