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Frühjahr erlitten hat— und wieder erleben wir die gleiche Enttäuſchung: diesmal iſt es der Monte Epomeo(792 m) auf Ischia, der uns irre geführt hat. Später iſt es uns mit dem Ätna, der bei dem gewaltigen Höhenunterſchied, der ihn über ſeine Umgebung erhebt, vor Verwechslungen geſchützt ſein ſollte, ganz dasſelbe begegnet. Es iſt nicht angenehm, eine einmal gebildete Vorſtellung nach erfolgter Berichtigung ummodeln zu müſſen. Der Andree'ſche Atlas lag zwar zu jedermanns Einſicht offen und wurde fleißig befragt; aber die Wirklichkeit unterſcheidet ſich oft ſehr weſentlich von dem Bilde, das man ſich nach der Karte entworfen hat. Könnte die Linie, die in allem ſo vorzüglich für das Wohlbefinden der Paſſagiere ſorgt, vielleicht einen Angeſtellten auf jedem Schiff beauftragen, die Reiſenden nach Möglichkeit zu orientieren? Ich benütze die Gelegenheit einen zweiten Wunſch zu äußern. Fahrplanmäßig ſollte das Schiff in Neapel 7 Stunden Aufenthalt haben, allein dieſe Friſt wurde infolge bedeutender Verſpätung ſtark beſchnitten. Die Reiſenden, die nicht nach Neapel zurückkehren, pflegen an Land zu eilen, um auf einer Wagenfahrt wenigſtens einen flüchtigen Eindruck von der ſchönen Stadt zu gewinnen. In 7 Stunden läßt ſich ſchon etwas anfangen; aber der Beſuch wird zur ungemütlichen Hetzerei, wenn die Friſt um einige Stunden verkürzt wird. Nun gehen die Dampfer der Linie in Genua, wo ſie volle 5 Tage geraſtet, um 10 Uhr morgens ab; ließe man ſie 3—4 Stunden früher fahren, ſo wäre ebenſoviel koſtbare Zeit gewonnen, die, etwa auf Neapel und Athen verteilt, den Reiſenden höchſt wertvoll ſein würde. Die Proſpekte verheißen doch„in allen Häfen genügend Aufenthalt zum Beſuch der Sehenswürdig⸗ keiten“. Man muß nur einmal die begreifliche Ungeduld der Fahrgäſte geſehen haben, die an Land verlangen und vorher alle Umſtändlichkeiten über ſich ergehen laſſen müſſen, die jede Landung mit ſich bringt: da muß erſt der Lotſe eingeholt werden, der Hafenarzt dem Schiff ſeinen Beſuch abgeſtattet und der Agent den Kapitän über die einzunehmende Ladung verſtändigt haben, bis endlich der Zeitpunkt der Weiterfahrt an der ſchwarzen Tafel angekreidet iſt und jeder weiß, wann er wieder an Bord ſein muß.
Mich perſönlich berührte die allgemeine Ungeduld wenig; da ich auf der Rückfahrt hier das Schiff verlaſſen wollte, blieb ich gemächlich an Bord und hatte das nicht zu bereuen. Wer könnte auch Langeweile empfinden angeſichts eines der herrlichſten Panoramen der Welt? Schon die Einfahrt in den Hafen bietet eine Fülle wechſelnder Bilder von größter landſchaft⸗ licher Schönheit. Zwiſchen dem Eilande Procida und dem Cap


