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Wo nur in den synoptischen Evangelien die Namen der zwölf erwählten Apostel auf- gezählt werden ¹), wird mit Petrus begonnen und mit Judas geschlossen und jenes auch in der Apostelgeschichte ²), wo natürlich die Stelle für Judas offen bleibt.„Aber auch die übrigen Namen werden nach einem ſesten Gesetze an einander gereiht. Die Zwölfzahl nemlich zerfällt in drei Quaternen. Diese erscheinen immer in derselben Ordnung, beginnen jedes Mal mit demselben Apostel und enthalten auch die gleichen Namen, nur in wechselnder Stellung. Wie Petrus die erste, so führt Phlilippus immer die zweite, Jacobus Alphäi jedes Mal die dritte Reihe an. In der ersten folgen sodann die Namen der Söhne Zebedäi und des Andreas, in der zweiten wechseln Bartholo- mäus, Thomas und Matthäus mit einander die Plätze, in der dritten sind Judas Jacobi (oder Thaddäus) und Simon von Kana eingetheilt“. 3) Die Beziehung auf die Stämme Israels ist gewiss in dieser festen Ordnung nicht zu verkennen; wenn aber Lechler darin eine Umkehrung der Ordnung, nach welcher die Stämme Israels sich. lagerten und in welcher die Edelsteine auf dem hohenpriesterlichen Brustschilde ein- gefügt sind,— drei Mal vier statt vier Mal drei—“ sehen will, so darf wohl schwer- lich unbeachtet bleiben, dass auch schon bei der Aufzählung der Söhne Jacobs, der Stammväter Israels nach dem Fleische, ein Ansatz zur Dreitheilung sich findet ⁴), dass. ferner für das Ende der Wege Gottes in diesem Aeon, wann das himmlische Jerusalem, die grosse Stadt Gottes, hier auf Erden erscheinen wird, eine Rückkehr zu jener typischen Ge- stalt und Ordnung der Stiftshütte geweissagt ist 5). Doch wir dürfen nichtvon Rückkehr reden, als ob jene Ordnung umgekehrt oder nur von ihr abgewichen wäre, da uns durch die Aufzählung der Apostel in drei Quaternen auch nicht von fernher jene vorbildliche- Ordnung verletzt oder gar umgekehrt zu sein scheint. Wenn bei den Söhnen Jacobs als den Stammvätern Israels nach dem Fleische die leibliche Abstammung als die
enumerationibus accuratum tenet ordinem, was allerdings in manchen Verxzeichnissen der Schrift. auf überraschende Weise in die Augen fällt.
1) Mt. 10, 1— 4; Mr. 3, 13— 19; Luc. 6, 13— 16.
2) Apostelgeschicht e 1, 13.
³) Lechler: die neutestamentliche Lehre vom heiligen Amt p. 120.
4) Gen. 35, 23 liegt der Aufzählung die Abstammung von der Mutter zu Grunde, wie überhaups bei dem Israel nach dem Fleisch die leibliche Abstammung nie ganz ausser Acht bleibt; Ex. 1, 2 und 1. Chron. 2, 1(mit einer auffallenden Versetzung) nähert sich die Aufzählung der Dankerkentete lung, ohne dass die fleischliche Abstammung ünbemerkt bleibi. 1 1
⁴) Offenbarung 21, 10 clo.
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