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Schrift gegebenen Offenbarung niedergelegt sind, so stehen doch in eben dieser Kirche zwei völlig verschiedene Weisen der Anschauung und Auffassung der Lehre vom Amte bis jetzt einander gegenüber, derém Verschiedenhek freilich im tieferen Grunde auf einem Gegensatz in der Lehre von der Kirehe beruht. Dje Einen nemlich sehen in dem Amte eine Ordnung, welche von Gott selbst also festgesetzt ist, eine Einrichtung, welche jure divino in der Kirche besteht, dNaen aber geben wohl zu, dass das allgemeine Prie- sterthum aller Gläubigen auf diesem jus dvinum beruhe, behaupten aber, dass das öf- fentliche Amt der Kirche nur als Gemeinschaftsamt der äussern Ordnung wegen, also jure humano in der Kirche errichtet sei und bestehe. Dass eine beträchtliche Zahl, ja die grosse Masse zwischen diesen beiden entgegengesetzten Richtungen die Mitte hält mit mehr oder weniger Neigung zu der letztern, lässt sieh auch ohne die allzu genaue Kenntniss der speciellen Sachlage nach dem ganzen Zustande der heutigen theo- logischen Wissenschaft, ja der vorwiegenden Lebensrichtung unserer Zeit erwar- ten. Den Ausgangspunkt der Untersuchung, ob diese oder jene Anschauung die richtige ist, wird aber immer die Feststellung des apostolischen Amtes bilden, wie solches in der Schrift beschrieben ist. Wenn nun in diesen Zeilen ein Gegen- stand behandelt wird, welcher innerhalb der für diesen, Streit nothwendig zu ziehenden Grenzen liegt, ja mit zum Unterhau gehört für den klaren und festen Ausbau der Lehre vom Amte, so ist dies nicht geschehen etwa aus Lust an diesem Streite oder in der eitlen Erwartung, dass hierdurch etwas zur Schlichtung. desselben beigetragen werden möchte— denn wohl weiss Schreiber dieser Zeilen, dass dazu ganz andere Krüfte und Mittel nöthig sind, indem solehe Verschiedenheit i in der Auffassung bei den meisten der Wortführer weniger auf dem Mlangel, an Kenntnissen, als auf der Verschiedenheit der ganzen Lebensrichtung und Gesinnung beruht—, sondern es hat dies lediglich in dem besondern Umstande seinen Grund, dass der Verſasser als Mitglied eines kleiuern theologischen Zirkels diesen Gegenstand; zur. gemeinsamen Besbrechung in den Zusam- menkünften. vreuborgiten⸗ und dem wesentlichen, Inhalte nach in Perejtschalt hatte. nicht zu Fomheidenn* ein iee ns gbe ihn; ausser, etlichen— nur selten und auch vLaun nur auf kurze Zeit an das Niederschreiben dieser Arbeit kommen liess. un m NVerhältnissmässig am meisten, Pe eehugs dudet sich in der Aue ennng des grundlegenden Amtes der Kirche, qes apostolischen als von Gott gestifteten Amtes,


