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Aufsatz von Aymeric„Evolutions de la Langue française“ in derselben Zeitschrift(XI, 1. S. 267 ff.).
In der Erwägung nun, dass weitere Untersuchungen auf dem Gebiete des modernen Sprachgebrauchs, selbst wenn sie in bescheidenem Masse und kleinem Umkreis geschehen, der allgemeinen Aufgabe einer Reform unserer Schulgrammatik zu gute kommen dürften, habe ich mich entschlossen, auf den folgenden Blättern eine Reihe von Beobachtungen nieder- zulegen, die ich gelegentlich der Lektüre eines modernen Autors angestellt habe. Dass ich mich dabei auf Guy de Maupassant beschränke, hat seinen guten Grund in dem Reichtum der neueren französischen Litteratur, deren eingehendes Studium mehr Musse und Kraft als die meine erfordern würde und auch mehr Ergebnisse liefern müsste, als sich in den Rahmen einer Programmarbeit bringen liesse. Ausserdem dürfte gerade die Beschränkung auf einen Schriftsteller durch weitere Untersuchungen Vergleiche mit Zeitgenossen ermöglichen und zur Kenntnis von des Dichters Eigenart beitragen. Was sich nun in Maupassants Werken*) als von den Regeln der gewöhnlichen französischen Schulgrammatiken Abweichendes vorfand, habe ich in folgendem zusammengefasst und damit die Entfernung zwischen modernem Sprach- gebrauch und französischer Schulgrammatik zu zeigen versucht, und in diesem Sinne möchte ich den Titel meiner Arbeit aufgefasst wissen. Bei dem Studium Maupassants hat sich nun mancherlei ergeben, was in den oben genannten Arbeiten Plattners und Roberts bereits erwähnt oder angedeutet war; in solchen Fällen habe ich nicht ganz gleichmässig verfahren; waren meine Beobachtungen von keinem Belang mehr, so habe ich sie unterdrückt, anderer- seits konnte ich mich nicht entschliessen eine Reihe von Beispielen fallen zu lassen, welche einer bisher weniger bekannten Regel oder Anmerkung zur Stütze oder IIlustration dienen konnten.
Die Wortstellung.
Nach den gebräuchlichen Schulgrammatiken ist die Lehre von der Wortstellung ein verhältnismässig dankbarer Gegenstand. Die Regeln bestimmen genau die Stellung eines jeden Satzteils je nach dem ihm zukommenden logischen Werte. Und doch ist man weit davon entfernt, in der modernen französischen Litteratur eine Bestätigung dieser Regeln zu finden. Auf keinem Gebiete der Grammatik hat sich ein grösserer Freiheitstrieb, eine Los- lösung von Tradition und akademischem Zwang gezeigt als hier.
A. Stellung einzelner Wortarten.
1. Stellung des pronominalen Objekts. Das pronominale Objekt tritt vor das finite Verb ausser beim nicht verneinten Imperativ. Die von einem Infinitiv abhängigen Objektsformen sollen vor demselben ihre Stelle finden; unser Schriftsteller bevorzugt jedoch die von der Schulgrammatik weniger empfohlene Stellung wie Toutes les femmes 7² voulaient caresser(M. T. 33). Diese Stellung, welche Plattner die ältere nennt, findet sich häufig bei den umschreibenden Verben aller, venir, enroger, Z. B. Elle avait des parents qui la venaient voir deux fois l'an(C. L. 106)—... au coiffeur qui
*) Folgendes sind die benutzten Werke(nebst den von mir gebrauchten Abkürzungen): Bel Ami(B. A.); Notre Cœur(C.); Clair de Lune(C. L.); Sur l'Eau(E.); Fort comme la Mort(F. M.); Le Horla(H.); L'inutile Beauté(I. B.); Mademoiselle Fifi(M. F.); La Main gauche(M. G.); Miss Harriet(M. Hl.); Mont Oriol(M. O.); Monsieur Parent(M. P.); Maison Tellier(M. T.); Pierre et Jean(P. J.); La Paix du Ménage(P. M.); Au Soleil(S.); Les Sœurs Rondoli(S. R.); Une Vie(V.); La Vie Errante(V. E.); Toine(T.); Yvette(X.).


