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gonien und Aecidien, welche mit den früher auf Helianthus beobachteten vollſtändig übereinſtimmten. Das durch Keimung der Aecidienſporen erzeugte Mycelium trug Uredolager, die ſich nicht im Geringſten von denjenigen der ächten Puc. Helianthi unterſchieden. Damit war die von Magnus ausgeſprochene Ver⸗ muthung beſtätigt, daß der Sonnenblumenroſt die auf Helianthus übertragene Puc. Discoidearum ſei. Jedoch zeigte ſich die Anſteckung durch letztere nicht ſo kräftig und üppig, wie durch die Teleutoſporen der ächten Puc. Helianthi. Aber immerhin iſt es rathſam, von den Sonnenblumenfeldern alle Unkräuter, wie Tanacetum, Artemisia, Chrysanthemum, zu entfernen, auf welchen Puc. Discoidearum vorkommt.
Auf Kulturpflanzen finden wir noch außer den bisher beſchriebenen Arten: Puc. Prunorum, Puc. Asparagi, Puc. Apii und Puc. Allii.
IV. Gymnosporangium D. C.(Podisoma Link). ¹)
Das ausdauernde ſtark verzweigte Mycelium dieſes Pilzes wuchert zwiſchen den Zellen des Rinden⸗ und Blattparenchyms der Nährpflanzen, welche theils Bäume, theils Sträucher ſind.
Die aus dem Mycelinm entſpringenden weißen einzelligen Sporenſtiele ſind durcheinander ge⸗ wunden und quellen auf, ſodaß die auf ihnen ſitzenden Teleutoſporen(Uredoſporen fehlen) in eine gallert⸗ artige Maſſe eingebettet erſcheinen. Dieſe Sporen ſind wie bei Puccinia zweizellig, die einzelnen Zellen kegelförmig, an der Baſis mit einander verbunden, mit einem dicken Endoſporium und einem ſchwächeren Epiſporium verſehen. Sie enthalten ein körniges Protoplasma, welches mit gelben oder braunen Kügelchen vermiſcht iſt. Im Frühjahre bemerkt man die aus der Epidermis der Blätter oder ſelbſt der Rinde der Wachholderzweige hervorbrechenden Teleutoſporenlager als gelbe bis braune Maſſen.
Auf einer feuchten Unterlage entwickeln die Teleutoſporen ein kurzes Promycelium. Jede der 2 oder 3 Zellen deſſelben treibt ein kurzes Aeſtchen, aus deſſen Spitze ſich eine nierenförmige Sporidie ent⸗ wickelt. Deren Keimung iſt nur dann möglich, wenn eine Ausſaat auf Blätter, Blattſtiele oder junge Früchte der Pomaceen erfolgt.
Durch directe Impfverſuche wurde von Oerſtedt nachgewieſen, daß Gymnosporangium und der auf Kernobſt vorkommende Gitterroſt, Roestelia, welche man bis dahin für eine beſondere Pilzgattung anſah, Generationen eines und deſſelben Pilzes ſind.
Die auf Blätter des Weißdorns ausgeſäeten Sporidien von Gymnosporangium clavariaeforme entwickelten ſich zu einem Mycelium, welches Spermogonium und Aecidien bildete. Letztere ſind mit einer weißen Hülle(Peridie) verſehen, welche manchmal eine Länge von 6—8 mm erreicht.
Bei Roestelia cancellata, dem Aecidium von G. fuscum erſcheint die Peridie als eine weiße Kaputze, die an der Spitze geſchloſſen, aber an den Seiten gitterartig durchbrochen iſt. Beim Aecidium von G. clavariaeforme hat ſie Aehnlichkeit mit einer oben geöffneten Flaſche. Bei G. conicum erſcheint ſie als ein Becher mit übergeſchlagenem Rande.
Die Sporenketten von Gymnosporangium unterſcheiden ſich noch dadurch von den Sporen der Getreideroſtpilze, daß in ihrer Jugend die Sporen nicht unmittelbar aufeinander ſtehen, ſondern daß ſich zwiſchen je 2 Sporen ein ungefärbtes fadenartiges Zwiſchenglied einſchiebt(von Tulasne als isthme be⸗ zeichnet), das erſt bei vollkommener Ausbildung der Sporenwandung verſchwindet(Fig. 7 k).
1. G. fuscum(D. C.) Oerstedt. Gitterroſt der Birnen.
Die Teleutoſporen dieſer Pilzart finden ſich gegen Mitte April auf Juniperus Sabina, J. Oxy- cedrus, J. virginiana, J. phoenicea, ſowie auf der in Griechenland vorkommenden Pinus halepensis als ſtumpfkegelförmige Gallertmaſſen. Der genetiſche Zuſammenhang dieſer Sporen mit dem auf Birnbäumen auftretenden Gitterroſte wurde, wie ſchon oben erwähnt, von Oerſtedt nachgewieſen.
¹) Sorauer, Handbuch der Pflanzenkrankheiten.


