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davon iſt eine abnorme Vergrößerung der befallenen Theile in meiſt monſtröſer Form, ſo daß die Pflanze ein fremdartiges Anſehen erhält. Dies iſt z. B. bei Euphorbia Cyparissias und E. amygdaloides der Fall, auf welchen Aecidium Euphorbiae und Endophyllum Euphorbiae ſchmarotzen. Eine veränderte Form zeigen ebenfalls die von Aecidium elatinum bewohnte Zweige der Weißtanne, die ſ. g. Hexenbeſen, welche wie Bäumchen ſich ſenkrecht auf den horizontalen Aeſten des Baumes erheben. Endlich ſind noch die monſtrös veränderten Zweige des Wachholders zu erwähnen, an welchen Gymnosporangium ſchmarotzt(Fig. 7).
Es iſt natürlich, daß die in angegebener Weiſe oft monſtrös veränderten Organe in ihren Func⸗ tionen geſtört oder ganz darin gehindert werden. Die ſchmarotzenden Pilze veranlaſſen in den erkrankten Pflanzen totale oder lokale Störungen wichtiger Lebensfunctionen. Werden hierbei beſtimmte Theile der Pflanze vernichtet, ſo erwächſt bei Kulturpflanzen ein merklicher ökonomiſcher Schaden. Derſelbe wird oft noch größer, wenn die mit ſchnell gebildeten und alsbald keimungsfähigen Uredoſporen verſehenen Roſtpilze epidemiſch auftreten, was namentlich in feuchten Jahren und auf naſſem Boden der Fall iſt.
Die nachtheiligen Wirkungen des Getreideroſtes waren ſchon den Römern bekannt. Numa Pom⸗ pilius ordnete bereits Feſte an(Robigalia), welche jedes Jahr am 14. April zur Verſöhnung des Brand⸗ gottes(Robigo oder Robigus) gefeiert wurden.¹) Plinius ſah den Roſt als eine Pflanzenkrankheit an und ſuchte deren Urſachen in äußern Einflüſſen, wie Verletzungen durch Inſectenſtiche u. dgl. Spätere Natur⸗ forſcher, wie Tabernaemontanus und Rajus ſchrieben das Auftreten des Roſtes heißem, ſtechendem Sonnen⸗ ſchein nach ſtarkem Regen zu. Auch in mehreren Werken, die in der Mitte des 18. Jahrhunderts er⸗ ſchienen, ſuchte man das Auftreten der Krankheit durch Einwirkung giftiger Nebel, ſowie durch den Wechſel feuchter und trockner Luft zu erklären. Doch machte ſich allmählig eine andere Anſchauungsweiſe geltend, indem man auf die Aehnlichkeit der Staubhäufchen des Roſtes mit Pilzſporen hinwies. Perſoon war der Erſte, welcher in ſeiner„Synopsis methodica fungorum“ die Roſtarten beſtimmt charakteriſirt als Pilze in den 3 Gattungen Aecidium, Puccinia und Uredo aufführte. Die letztere Gattung umfaßte bei ihm noch die jetzt von den Roſten getrennten Brandpilze(Ustilagineen).
Die Einreihung der Roſtarten unter die Pilze ſchloß indeß nicht aus, daß man ſie immer noch als krankhafte Producte der Pflanzen betrachtete. Unger bezeichnete in ſeinem Werke„die Exantheme der Pflanzen“ die Roſte als Ausſchlagkrankheiten der Pflanzen, aus deren ſtockenden Säften ſie ſich ent⸗ wickelten.
Fries, Wallroth und Meyen ſahen die Roſte als Pilze an, aber ebenfalls als Producte krank⸗ hafter Zuſtände der befallenen Pflanzen.²) Die beiden Erſteren erblickten die Haupturſache der Roſtkrank⸗ heit in einer krankhaften Anlage der betreffenden Pflanzen, während Meyen als eigentliche Urſache die Feuchtigkeit der Luft anſah. Damit ſtimmten mit ihm viele Landwirthe überein, welche glaubten, daß der Roſt durch übergroße Feuchtigkeit der Luft und des Bodens hervorgerufen würde.
Von einer Anſteckungsfähigkeit der Roſtkrankheit iſt bei den Vertretern obiger Anfichten nirgends die Rede. Erſt als Prevoſt die Keimung der Roſtpilzſporen bei Uredo Allii nachgewieſen hatte, kam man zur Erkenntniß, daß die Uredineen bezüglich der Entwicklung ihrer Sporen aus Mycelfäden mit den übrigen Pilzen übereinſtimmten. Sehr viele und gründliche Beobachtungen wurden von den Gebrüdern Tulasne,³) von de Bary ⁴) und Oerſtedt angeſtellt. Einerſeits wurde bei zahlreichen Roſtpilzarten die Keimung der Sporen beobachtet, anderſeits die genetiſche Verbindung der Entwicklungsſtufen der Roſtpilze nachgewieſen. Die Reſultate dieſer Forſchungen laſſen ſich in folgende Sätze zuſammenfaſſen:
¹) Preller: Römiſche Mythologie.
²) de Bary, Unterſuchungen über die Brandpilze.
³) Annales des sciences naturelles. Serie 3. Tome VII. Serie 4. Tome III. ⁴) Annales des sciences naturelles. Serie 4. Tome XX.


