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fühl, eine fehlerhafte Fingerſetzung, Geſchmackloſigkeit im Vortrage ſind Beweiſe, daß ſich der Muſiklehrer einem Geſchäfte unterzogen hat, dem er nicht gewachſen war. Daher ſuche der Adſpirant einen guten Muſiklehrer auf; denn nur auf einen gut gelegten Grund kann das Seminar mit Erfolg fortbauen.
Wir kommen nun auf den Punkt des Cdicts, in welchem ſich die vorerwähn⸗ ten Unterrichtsgegenſtände und die in ihnen erlangten Kenntniſſe gleichſam, wie in einem Brennpunkte vereinigen, und der alſo lautet:„das ſittliche Betragen der Adſpiranten muß vorwurfsfrei, und ihr religioſes Gefuhl lebendig ſein.“— 3
Die Wichtigkeit dieſes Punktes wird das nähere Eingehen auf denſelben recht⸗ fertigen.
So gewiß die Beſtimmung des Menſchen, als eines ſinnlich vernünftigen
Weſens, über die Schranken der Erde hinausreicht, eben ſo gewiß muß ſie, um jenſeits vollkommener erreicht werden zu können, dieſſeits ſchon in einem gewiſſen Grade erreicht worden ſein. Und zur Erreichung dieſer Beſtimmung hier auf Er⸗ den gelangt er durch Sittlichkeit und Religion. Was iſt es anders, das die Ord⸗ nung der menſchlichen Geſellſchaft, das Band der Familien und Staaten zuſammen⸗ hält, was alle Verhältniſſe der Menſchen unter einander, welcher Art ſie auch ſeien, regelt, als die Sittlichkeit? Wo dieſes Band fehlt, da iſt Anarchie in allen Beziehungen, da erhebt die Selbſtſucht ihr Haupt, um zu herrſchen, da iſt Unheil und Verwirrung. Was iſt es anders, das dem Menſchen üͤber ſein Verhältniß zu Gott, dem Urheber ſeines Daſeins, Aufſchluß gibt, ſein Verhältniß zu demſelben beſtimmt, was dem Menſchen erſt ſeine Wuͤrde verleiht, was ſeiner Stellung in der Welt den rechten Standpunkt anweiſt, was ſeinen innern Bedürfniſſen erſt volle Befriedigung gibt, als die Religion? Religion und Sittlichkeit adeln erſt den Menſchen, machen ihn zu dem, was er ſein ſoll und fuͤhren ihn der Erreichung ſeiner Beſtimmung auf Erden entgegen. Beide ſind auf das Engſte verbunden. Wie die Sonne durch ihre Strahlen erſt zum erwärmenden und wirkſamen Him⸗ melskörper wird und der in die Erde gelegte Same erſt in der Pflanze ſeine Frucht treibt; ſo äußert ſich auch ein religiöſer Sinn im ſittlichen Leben; ſo bringt die Religion ihre Frucht in der Sittlichkeit. Wie das Licht nicht ohne Wärme ſein


