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indem er bei dem Beſtandtheile die Wortart angibt, der er angehört. Kann ſonach der Adſpirant richtig ſprechen, ſeine Gedanken über Gegenſtände ſeiner Erkenntniß leicht, faßlich und orthographiſch richtig ſchriftlich darſtellen; Geleſenes und Ge⸗ ſchriebenes, ſo weit es für ihn beſtimmt ſein kann, richtig verſtehen: ſo iſt das Ziel des Sprachunterrichts für ihn erreicht, und er iſt fähig zur Aufnahme in's Schullehrer⸗ Seminar; denn hiermit iſt auch der Forderung des Edicts Genüge geleiſtet, daß der Adſpirant einen einfachen, fehlerfreien Auſſatz entwerſen kann.
Um uns auf dieſes noch etwas näher einzulaſſen, müſſen wir vorerſt bemer⸗ en daß eigene planmäßige Uebungen in Verfertigung ſchriftlicher Aufſätze ange⸗ ſtellt werden müſſen. Wir heben hier die Geſchäftsaufſätze, namentlich die Briefe hervor, da ſie in den Unterrichtsgegenſtänden der Volksſchule und darum auch für den Adſpiranten von Wichtigkeit ſind. Um denſelhen zur Verfertigung der Briefe zu befähigen, möchten wir auf folgende Uebungen aufmerkſam machen. Es wer⸗ den zuerſt paſſende Briefe gegeben und darauf wird zur Betrachtung derſelben hin⸗ ſichtlich der Form geſchritten. Iſt dieſe gehörig aufgefaßt, ſo werden geeignete Briefe zum Auswendiglernen aufgegeben. Hierauf werden Briefe mit Auslaſſun⸗ gen dictirt und die Ergänzungen verlangt. Nun wird aus einem gegebenen Briefe der Entwurf oder die Dispoſition und zur Antwort auf denſelben ebenfalls der Entwurf geſucht. Hieran reihen ſich die Regeln fuͤr Antwortſchreiben. Dann könnte über einen gegebenen Gegenſtand zuerſt der Entwurf, dann aus dieſem ein Brief angefertigt werden und nun würden Briefe in ihre einfachen Sätze aufgelöst und wieder zuſammengefuͤgt. duf ähnliche Weiſe finnten die übrigen Geſchäfts⸗ aufſätze behandelt werden.
Noch möchte die Beetung nicht iberflüſſig ſein, daß die Aufgabe 8 die Ueberſchrif in einem Auffatze dem Adſpiranten nicht genügt. Zur Ausführung bedarf derſelbe einer gusführlichen, mündlichen Anleitung. Hierdurch wird ihm klar, was die Aufgabe mit Beſtimmtheit verlangt und zu welchem Zweck der Auf⸗ ſatz, ſei er nun Erzählung, Beſchreibung, Schilderung u. ſ. w. dienen ſoll, und
er erhaͤlt zugleich das nöthige Material zur Arbeit. Auf das Material oder den
darzuſteilenden Gedanken, auf die Anordnung und Einkleidung, auf dieſe drei Stuͤcke kommt es bei jedem Aufſatze, hauptſächlich an, und wenn die ſchrifilichen Arbeiten
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