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macht, durch Nachdenken, Leſen und Unterricht den Kreis des Wiſſens zu erwei⸗ tern; nur ſolche eignen ſich zu Lehrern; nur an ſolchen kann das Seminar die ihm geſtellte Aufgabe würdig erfuͤllen.
Das Seminar kann endlich ſeiner Beſtimmung nur dann entſprechen, wenn ihm ſittlich gute, fromme Juͤnglinge zugeführt werden. Sittlichkeit und Religion bilden in jedem Menſchen den Kern ſeiner geſammten Bildung, geben ſeiner Thä⸗ tigkeit die rechte Richtung und machen ſie für ihn und Andere erſt recht gedeihlich. Der Lehrer ſoll als Erzieher die Stelle des himmliſchen Vaters an dem Kinde ver⸗ treten und zwar ſo lange, bis das Kind ſelbſt das Göttliche im Menſchen durch Wort und That darſtellen kann. Dazu unterweiſet ihn die Religion. Hat dieſe von den Höhen des Himmels herabgeſtiegene Tochter des Lichts und der Liebe ſein irdiſches Daſein verklärt, ihn ſtark und getroſt gemacht zum beſonnenen, treuen, frommen Wirken, ihn ausgerüſtet mit Kraft und Muth gegen jedes Hinderniß im Guten und mit dem feſten Glauben an eine weiſe waltende, vergeltende Vor⸗ ſehung; dann wird er ein Gotteskind im Menſchenkinde bilden können; dann wird herzliche Liebe zu den Kindern ihn zu unermüdetem Berufseifer antreiben. Wie wäre es möglich, ohne Neligion die ſchwere Pflicht, Kinder, mit den verſchiedenſten Anlagen begabt, unter oft ungünſtigen, häuslichen Verhältniſſen aufgewachſen und von denſelben beherrſcht, nicht allein unterrichten, ſondern auch erziehen zu können? Wie wäre es möglich, jeden Morgen mit neuer Luſt und Kraft in die Schule zu treten, keine Minute zu verſäumen, die Kinder in beſtändiger Aufmerkſamkeit und Thätigkeit zu erhalten, ſich auf jeden Unterrichtsgegenſtand gehörig vorzubereiten und an ſeiner eigenen Fortbildung zu arbeiten? Nein, ohne Religion, ohne ſittlich feſten Charakter und frommen Sinn wird er dieſes nicht vollbringen, ſein Amt nicht ernſt und männlich, mit Kraft und Liebe führen. Daher iſt ein junger Menſch, dem es an einem für Religion und Sittlichkeit empfänglichen Herzen fehlt, für das Schulamt nicht berufen; ſind aber Kopf, Herz und Körper in entſprechender Tüchtigkeit vereinigt, dann wird das Seminar ſeine Aufgabe zu erfüllen im Stande ſein. Und dieſer Anſtalt ſolche Leute zuzuführen, das iſt in die Hände der Män⸗ ner gelegt, welche dieſe von Jugend auf mehr oder weniger zu beobachten Gele⸗ genheit hatten, und demnach beurtheilen können, ob der junge Menſch für den Leh⸗


