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Beſchuldigungen, wie ſie Hartmann in der Schrift„die Selbſtzerſetzung des Chriſtentums und die Religion der Zukunft“, 3. Aufl. S. 119 erhebt, können nur durch den Erweis der ethiſchen Wahrheit des Chriſtentums widerlegt werden. Er ſagt dort:„daß die angebliche Erlöſung ebenſowenig eine wahrhaft ſittliche Beſſerung und Erhebung vom Fall, wie die äußerliche Geſetzesbefolgung eine wahre Sittlichkeit zu Stande bringen kann; die Sündenvergebung durch den Beichtvater und die„RNechtfertigung durch den Glauben“ zerſtören die Möglichkeit der echten ſittlichen Wiedergeburt.“ Daneben ſtelle ich die Worte, die der ſtrenggläubige Hengſtenberg im Jahr 1867 ſchrieb(bei Ritſchl I S. 646):„Es iſt eine der größten Aufgaben der Gegenwart, den Schaden, welchen der Pietismus in der falſchen Weiſe zu heilen ſuchte(nämlich durch Überordnung der Heiligung über die Rechtfertigung), in der rechten Weiſe zu heilen; und jeder Verſuch nach dieſer Seite hin ſollte, wenn er aus ernſtem redlichen Gemüte und eindringender Beſchäftigung mit der heiligen Schrift hervorgeht, mit liebender Teilnahme aufgenommen werden, ſtatt mit roher Verketzerung zuzufahren.“ In der Lehre von der Rechtfertigung aus dem Glauben wurzelt vornehmlich die ſittliche Leiſtungsfähigkeit der Kirche. Aber ebendarum muß dieſe Lehre von aller Verdunkelung und Entſtellung bewahrt werden. Sie muß ſich mehr und mehr ſo geſtalten, daß ſie ſich in allen ihren Teilen als Wahrheit im Leben bewähren kann gemäß dem Worte, in dem Paulus den Kern des alten und des neuen Teſtaments zuſammenfaßt(Röm. 1, 17= Hab. 2, 4):
„Der Gerechte wird ſeines Glaubens leben.“


