Aufsatz 
Die Lehre von der Rechtfertigung aus dem Glauben : vom ethischen Gesichtspunkte aus dargestellt / von August Dieckmann
Entstehung
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xατοαιοο αλmmeάꝶỹOtsvoy οꝙᷣε im Anſchluß daran: αᷣ t d0o Vy n' α5 ⁶6. Hier haben wir, wie auch an vielen ſonſtigen Stellen, den allgemeinen Begriff der göttlichen Gnade⸗ der noch gar keine Trübung des Verhältniſſes zwiſchen Gott und dem Menſchen vorausſetzt; denn bei Chriſtus lag ja eine ſolche nicht vor. So iſt denn die Gnade Gottes das aus ſeiner Gerechtigkeit fließende zuſtimmende Verhalten, die Hulderweiſung Gottes gegenüber demjenigen, deſſen Verhalten Gott gegenüber das normale iſt. Drückt das griechiſche Xts(von lo ſich freuen, Wohlgefallen an etwas haben) zunächſt nur dasWohlgefallen Gottes an einem Menſchen aus, ſo hat ſich doch dabei der ſpecifiſche Nebenbegriff herausgebildet, daß es die Zuneigung des höher Stehenden zum Untergebenen bezeichnet. Die Liebe Gottes iſt, wenn ſie ſich dem Menſchen zuwendet, immer Gnade, denn der Menſch ſteht Gott immer in abſoluter Abhängigkeit, als Geſchöpf dem Schöpfer gegenüber. Auf unſer kreatürliches Verhältnis alſo weiſt das WortGnade(ahd. ginada, eig. Niederbeugung) hin. In unſerem kreatürlichen Verhältnis aber liegt es begründet, daß ein Rechtsanſpruch auf die Geneigtheit Gottes für uns Menſchen von vornherein ausgeſchloſſen iſt. Indem Gott ſeine Gnade walten läßt, bewährt er ſeine Freiheit, aber da in Gott die höchſte Freiheit und die höchſte Not⸗ wendigkeit zuſammenfallen, ſofern er ſich an das in ſeinem Weſen ruhende Geſetz bindet, ſo iſt für den Begriff der Gnade Gottes unter allen Umſtänden auch das Moment der Willkür ausgeſchloſſen. Gerechtigkeit und Gnade ſtehen in vollſter Harmonie, und demgemäß bildet die 51XAogy auf ſeiten des Menſchen die unumgängliche Vorausſetzung der göttlichen Gnade.

Nun liegt aber die Thatſache vor, daß der Menſch von dem göttlichen Willen in ſeiner freien Selbſtbeſtimmung abgewichen, daß er ſeinem oberſten Lebensgeſetze untreu geworden iſt, mit einem Worte die Thatſache der Sünde. Mag man über den Urſprung der Sünde verſchiedener Meinung ſein, in der Anerkennung der Thatſache der Sünde ſtimmen alle überein, und auch die Definition der Sünde als übertretung des göttlichen Gebotes iſt durchaus unanfechtbar, wenn nur als göttliches Gebot der Wille Gottes im weiteſten Umfange genommen wird(1. Joh. 3, 4: nςᷣ 6 οοον& LÁ tlay kAl r)y AvORlay notst, xad&ᷣᷣα εοσυ dvohta). Der Wille Gottes iſt der Maßſtab, der vénos für die Sünde. Im Willen Gottes haben wir den oberſten os, von dem alle menſchlich vermittelten vöſtot, auch der relativ vollendetſte menſchliche véônog, das moſaiſche Geſetz, nur unvoll⸗ kommene, aber darum keineswegs wertloſe Abbilder ſind. Iſt nun der Inhalt des göttlichen véos, die Forderung Gottes an uns, unſere 5rαιοοσν, ſo iſt die Ihaprea zugleich Störung, bezw. Aufhebung der dratoov; 1. Joh. 3, 7 und 8: 6 0ty T'y SiaAtogvy 5ixαιεςα εσενν, A,d' SStVOS (Chriſtus) dXatée orty · 6 oty Uiy A&́há rlay ro Siaßéon orky ꝛc. Mit der Sünde aufs engſte verknüpft und objektiv mit ihr gegeben iſt die Schuld als das Zurückgebliebenſein hinter der Leiſtung, zu der wir Gott gegenüber verpflichtet ſind. Bei Ritſchl III S. 56 finde ich die von der Schuld gegebene Definition alsWiderſpruch gegen Gott, in welchen der Menſch durch Nichterfüllung des Sittengeſetzes eingetreten iſt, vielmehr auf die Sünde anwendbar, während mitSchuld die nächſte Folge der Sünde, das durch ſie entſtandene ſittliche Deficit, das wir decken müſſen, bezeichnet iſt. Die Schuld iſt relativ unabhängig vom Schuldbewußtſein, aber dieſes bleibt als weitere Folge der Sünde nicht aus, und mit Recht hat Ritſchl dasſelbe überall in ſeiner Bedeutung für die Rechtfertigungslehre hervorgehoben. Im Schuldbewußtſein macht ſich der Verluſt des