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wird nur dadurch erreicht, daß jene Weſen den von Gott ſelbſt geordneten Bedingungen ihres Wohl⸗ ergehens entſprechend ſich ſelbſt beſtimmen, daß ſie dem Willen Gottes aus freier Entſchließung, gemäß der in Gewiſſen und Vernunft ihnen vermittelten Kenntnis des göttlichen Willens entſprechen, daß ſie den Willen Gottes in ihr eignes Wollen aufnehmen, ſich demſelben freiwillig unterwerfen. Durch die übereinſtimmung des menſchlichen Wollens mit dem göttlichen iſt die Befriedigung, iſt die Seligkeit des Menſchen bedingt. Das iſt das erſte Reichsgrundgeſetz im Reiche Gottes, daß der gött⸗ liche Wille das Maß aller Sittlichkeit und die Erfüllung desſelben die Vorausſetzung unſerer Seligkeit iſt. Vgl. 1 Joh. 2, 17: 5 n0l o deug e ee ewet ee rey alchva. Dies iſt die ſittliche Grundidee, die dem Chriſtentum mit dem Judentum gemeinſam und die auch von den edelſten Vertretern des Heidentums wie Sokrates und Plato bereits in ihrem Weſen erfaßt worden iſt. Dieſe Idee bildet den Ausgangspunkt für die richtige Geſtaltung des ganzen chriſtlichen Lehrgebäudes, inſonderheit aber für den Aufbau der Rechtfertigungslehre. Gott ſteht uns als summum bonum und zugleich als Maßſtab unſerer Würdigkeit, in den Genuß des summum bonum einzutreten, gegenüber. Er iſt gleichzeitig unſer Geſetzgeber und Richter: sls 89rty 5 vOGο εν ι QOw¶ꝑmx, the(Jac. 4, 12). Gottes Wohlgefallen, ſeine Zuſtimmung und Anerkennung hat im göttlichen Gerichte der, deſſen Wollen und Thun dem göttlichen Geſetze conform iſt. Dieſer Wille Gottes kann kurz als das„Gut⸗Sein“ bezeichnet werden. 1. Moſe 4, 7:„Wenn du fromm biſt, ſo biſt du angenehm“, eig.= Wenn du gut biſt (d), ſo darfſt du deinen Blick frei aufheben. Dieſes göttliche Reichsgrundgeſetz gilt heute ſo gewiß wie zur Zeit unſerer Stammeltern und tritt niemals außer Kraft und Geltung. Wir werden zugleich durch jene Stelle aus Genesis IV darüber belehrt, wo das forum zu ſuchen iſt, in dem ſich das göttliche Gericht über uns vollzieht. Es iſt unſer eignes Innere; in unſerem Herzen und Gewiſſen bekundet ſich das Urteil Gottes über unſere ſittliche Qualität. In unſerem Innern wird es uns kund, ob wir der göttlichen Rechtsordnung(5ꝛ, eig.„Weiſe“, Weiſung, zuſammenhängend mit Selxvontt, dicere), die Gott in ſeinem heiligen Willen uns mitgeteilt hat(vgl. Röm. II, 14 und 15), entſprechen. Wer der göttlichen Reichs⸗ und Rechtsordnung entſpricht, der iſt ein 81uAα.og(31xX- 10)= dem Rechte gemäß beſchaffen= gerecht. Der 51¼ 0⸗F iſt kein anderer als der„εαειας, nur, daß letzterer als 5xatos unter dem Geſichtspunkte des Urteils Gottes angeſchaut, alſo ſein Verhalten religiös gewertet wird. Die dem 5lxaLtos anhaftende, zunächſt innere, dann auch nach außen in Thun und Laſſen ſich bewährende Qualität iſt die rxαen; ſie iſt der Zuſtand deſſen, der vermöge ſeiner guten, mit Gott harmonierenden Geſinnung und Handlungsweiſe das Urteil Gottes für ſich hat. Selbſt⸗ verſtändlich iſt dieſe deαaαοοο, die Gott von den Menſchen verlangt und die eigentlich für uns moderne Menſchen ſtatt mit dem durch Luther im chriſtlichen Sprachgebrauch feſt gewordenen Worte„Gerechtig⸗ keit“ als Rechtbeſchaffenheit, Nechtgemäßheit zu verdeutſchen wäre, etwas ganz anderes als die mit„Gerechtigkeit“ bezeichnete Eigenſchaft Gottes als des gerechten Richters..
Durch die ganze Bibel geht der Gedanke hindurch, daß Gottes Wohlgefallen an uns durch unſer Verhalten zu ihm bedingt iſt. Nur der Gute wird für gerecht erklärt. Andern⸗ falls würden wir aufhören, ſittliche Weſen zu ſein, und würde Gott aufhören, der heilige und gerechte Gott zu ſein. Das Wohlgefallen Gottes, das ſich gegenüber dem Guten und deshalb Frommen kund⸗ giebt, wird nun auch als Gnade bezeichnet, als ⁴ρ. So heißt es von dem Chriſtuskinde Luc. II, 40, nachdem der ethiſche Faktor ſeiner Entwicklung in den Worten ausgedrückt iſt„ro 58 na:dloy„öSavey a


