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über ſeine Kaiſerpläne berieth, von hier nach Tours 1³²), um mit Alcuin perſönlich Rückſprache zu nehmen. Allen Bitten des Königs, mit ihm nach Rom zu gehen, widerſtand indeſſen der Greis welcher Tours vom Rauche geſchwärzte Dächer Roms goldenen Schlöſſern vorzog. Erſt Anfangs Auguſt kam Karl, dem inzwiſchen ſeine Gemahlin Liudgarda*²) geſtorben war, nach Mainz ¹²*), um auf dem dortigen Reichstage den Römerzug anzuſagen. Raſch ſammelten ſich die fränkiſchen Heere und am 23. November befand ſich Karl ſchon mit glänzendem Gefolge, zu dem auch Angilbert ¹³⁷) geſtoßen war, zu Nomento am 11ten Meilenſteine von Rom. Hier holte der Papſt und der römiſche Senat den König ein und am folgenden Tage hielt der deutſche König, wie ein alter Triumphator, ſeinen feierlichen Einzug in die ehemalige Kaiſerſtadt. Der Kaiſerritt ging auf der Triumphſtraße über den Berg Marius, wo man die erſte ent⸗ zückende Ausſicht auf Rom genießt, durch das Thor Angelica bis zum Dome St. Peters, dem heiligſten Münſter der abendländiſchen Chriſtenheit. Bereits am erſten December begann die große Reichsverſammlung**), welche des Pabſtes Sache ſchlichten ſollte. In der Peterskirche ˙³⁹) erſchienen die Geiſtlichkeit, der ganze Adel der Franken, die vornehmen Römer, der König, der Pabſt und die aus Gallien mitgebrachten Kläger gegen den Pabſt. Der König und der Pabſt ſetzten ſich und hießen auch die Erzbiſchöfe, Biſchöfe und Aebte ſich ſetzen, es ſtanden aber die übrigen Prieſter und die Häupter der Franken und Römer. Hierauf eröffnete Karl die Sitzung und nun begannen die Verhöre der Kläger. Niemand wollte aber als geſetzlicher Zeuge ²⁹) gegen den Papſt auftreten, ſo daß die Anſchuldigungen unerwieſen blieben. Da bildete ſich die Meinung in der Verſammlnng, es ſei beſſer, der Pabſt ſchwöre ſich freiwillig rein von der Anklage, als daß er ein Urtheil vom Reiche erwarte und die höhere Geiſttlichkeit ſtellte folgenden Antrag:„Wir wagen nicht, den apoſtoliſchen Sitz, das Haupt aller Kirchen Gottes, zu richten, denn von ihm und ſeinem Statthalter werden wir Alle gerichtet, er ſelbſt aber wird nach altem Herkommen von Niemand gerichtet. Es beginnt nämlich der Canon**1), des h. Sylveſter und der 284 Biſchöfe.„„Und der höchſte Biſchof(praesul) ſoll von Niemand gerichtet werden, die⸗ weil geſchrieben ſteht: der Schüler iſt nicht über den Meiſter**)““ Wie es jedoch der höchſte Biſchof für gut findet, werden wir nach kanoniſchem Gebrauche gehorchen.“ Der Schlußſatz enthielt eine nicht undeutliche Hinweiſung auf ein Gottesurtheil ¹*³), und dieſe Anſicht ſprach der König ſelbſt gegen den Papſt als die ſeinige aus. Leo antwortete:„Ich folge den Fuß⸗ tapfen meiner Vorgänger und will mich wegen der falſchen Anſchuldigungen reinigen, die gegen mich geſchmiedet ſind“, und am folgenden Tage beſtieg er in Gegenwart der Reichsverſammlung die Kanzel zu St. Peter und ſchwur, die Evangelien über ſein Haupt haltend und den Namen der h. Dreifaltigkeit aurufend, einen Reinigungseid, jedoch mit der Klauſel*²), er habe es aus freiem Willen gethan, nicht als ob es im kanoniſchen Rechte begründet wäre oder er dieß als Gewohnheit oder Satzung in der Kirche ſeinen Nachfolgern, Brüdern und Mitbiſchöfen auferlegte. 12 Prieſter leiſteten als Mitſchwörer⁴³) den Reinigungseid mit dem Pabſte. Somit war dieſer Gegenſtand erledigt.
134) Mettenſes. Pertz 1, 45 ann. 799. Alcuin ep. 81. 93. Bouquet 613 Pertz 2, 612.— 135) Idler 1, 213. Einhard vit. c. 18.— 136) Moiſſiac und Einhard an.— 137) Pertz 1, 304. Moiſſiac. Mettenſes Bonquet 305 und Index chronolog 71.— 138) Pertz 1, 304. 4, 15. Bouquet 466. Anastasii vita Leonis.— 139) Eine Beſchreibung der damaligen Peterskirche, die noch außer der Stadt lag, Bunſen Beſchreibung von Rom. Pertz 1, 188. — 140) Pertz 1, 304.— 141) Pertz 1, 38. Den Grundſatz ſtellte Conſtantiu M. auf. Alzog 281.— 142) Pertz 3, 148.— 143) Moiſſiac. Aehnlich Gregor VII. zu Canoſſa. Lambert Scafn. p. 260, 1.— 144) Pertz 4, 15. Anaſtaſius und Mon. Sangall. 1, 28. Moiſſiac. nennen's sacramentum.— 145) Capitular zu Aachen 803. Leibniß


