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ſein kann und dahin zielt, für die Zukunft jede Art Erpreſſung von Wableapitulationen bei einer Pabſtwahl durch Beſtellung kaiſerlicher Wahlcommiſſäre zu verhindern. Es muß demnach von Leo III. durch die republikaniſche Partei ein eidliches Verſprechen gefordert und erlangt ſein, wodurch der Einfluß der vornehmen Geſchlechter*⁰*) auf das Regiment des Kirchenſtaates gebrochen werden ſollte. Der Haß der italiäniſchen Herren iſt aber unverſöhnlich.— An die Spitze der Unzufriedenen*¹) ſtellten ſich 2 Geiſtliche, der Primicerius Paſchalis ²¹¹) und der Sacellarius Campulus. Die Verſchworenen beſchloſſen endlich den Pabſt bei Gelegenheit einer Proceſſion zu überfallen.
Es war am 25. April 799 ¹¹³), als der Pabſt Leo zu Pferde in großer Proceſſion aus der Aula des Lateran nach der Kirche St. Laurentius in Lucina einherzog. Schon beim Ab⸗ gange der Proceſſion bemerkte er, daß Paſchalis und Campulus ²¹²³) ohne ihr bei ſolchen Feierlichkeiten gebräuchliches Kirchenhabit erſchienen. Sofort erkundigte er ſich nach der Urſache. Beide ſchützten Krankheit vor und hielten ihn hin, bis man vor das Kloſter der h. Stephanus und Silveſter**⁴) gelangte, welches Leo gegründet hatte. Da ſprangen plötzlich Leute aus dem Hinterhalt hervor, riſſen den Pabſt vom Pferde, warfen ihn zu Boden und ſuchten, während das Volk erſchreckt floh*⁴), Paſchalis aber ſich ans Kopfende, Campulus an die Füße Leo’s ſtellte, die Zunge und die Augen des Kirchenfürſten zu zerſtören. Als ſie ihr Verbrechen gethan glaubten, ließen ſie Leo halbgeblendet und im Blute auf der Straße liegen und gingen davon. Paſchalis jedoch und Campulus beſichtigten den Körper des Pabſtes genauer und wie ſie fanden, daß ihre Genoſſen ſchlechte Arbeit gemacht hatten, ſchleppten ſie den Pabſt in das genannte Kloſter, ſchlugen ihn vor dem Altare und bemühten ſich, ſeine vorn abgeſchnittene Zunge vollends zu verſtümmeln und ſein Augenlicht mit einem Raſirmeſſer zu ertödten. Endlich meinten auch ſie, es ſei genug, und ließen den Pabſt halbtodt und blutend vor dem Altare liegen. Nur einige Wachen blieben bei ihm. Leo hatte aber einen treuen Kämimerer mit Namen Albinus, dem es gelang bei nächtlicher Weile ſeinen Herrn an einem Seile an der Mauer herunterzulaſſen und in die Baſilika des h. Petrus zu retten. Leo und
ntersunt nuntil qui scundala fleri vetent, volumus... nullusque sine periculo sui juramenta vel pro- miesiones aliquas nova adinventisne audeat extorquere, nisi quae antiqua exigit consuetudo, ne vel ecclesia scandalizetur et imperialis honorificentia minuatur.— 109) Leo(Univerſalgeſchichte, 2. Aufl II. p. 101) ſagt im Allgemeinen richtig, das Kaiſerthum habe den Pabſt gegen die kleinen Tyrannen zu Rom geſchützt.— 110) Idler 1, 238. Gleich nach Karls Tode verſchworen ſich einige Vornehme, Leo zu tödten. Leibnitz 298. 303. — 111¹) Quae proxima praefecto Urbi dignitas. Leibnitz 22, 169. Er war zugleich Nomenclator, d. h. er mußte bei Proceſſionen hinter dem Pabſte reiten und Gäſte zur päbſtlichen Tafel laden— 112) Idler 1, 238. Bouquet 460 Einhardi ann. pocta Saxo, beſonders Ann. Moissiacenses ſind gut über Leo unterrichtet.— 113) Campulus war Sacellarius, was Pertz fisci custos ertfſärt. Einbard ann. ad 801. Paſchalis war Adrians I. Neffe.— 114) Einhard an. nenunen das Kloſter des Märtyrers Erasmus. Leibnitz 201.— 115) So berichtet Leo's Biograph Anaſtaſius gegen poeta Saxo, der meint, die Mörder hätten in der Eile ihr Ziel verfehtt, weil ſie das Volk ge⸗ fürchtet hätten. Anaſtaſius erzählt auch, daß Augen und Zunge ausgeſchnitten geweſen, ſowie aber Leo den Peiers⸗ dom betreten, alle Wunden wunderbar verſchwunden ſeien. Nur, fügt der Monach. Sangall. 1, 28 hinzu, blieb eine gar hübſch ausſehende Narbe in der Mitte der Augen, welche, da die Verwundung nicht beſonders war, wie ein zartes Fädchen in weißem Glanze über die vom Raſirmeſſer geſtreiften Augenſterne hinlief. Einhard an. ſagen erutis oculis, ut aliquibus visum est. In der vita cp. 28 fehlt der Zuſatz ut aliquibus visum est. Poeta Saxo ſchwankt, doch hält er das Wunder für glaubivürdiger als den natürlichen Hergang des unvollendeten Verſuchs. Der Buzantiner Theophanes meint, die Mörder hatten aus Mitleid den Pabſt nicht völlig geblendet. Moiſſiac. ſagen dagegen„inchoatum malum non perficere poterant-; ebeuſo der Annaliſt bei Bouquet 65 oculos eruere moliuntur. Nach Pert 5, 720 NB. 2 ſtachen ſie ihm nur ein Auge aus, das andere konnten ſie nicht verletzen. ef. Leibnitz 201.


