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Britannien ³) ſich cinfanden. Zwei Nuntien wohnten als Stellvertreter des Pabſtes bei. Der König ſetzte ſich als Präſident*) der Verſammlung auf den Thron, um welchen die Geiſtlichkeit des Reiches im Kreiſe ſich aufſtellte, befahl die Vorleſung der Briefe der beiden verklagten Biſchöfe, aus denen ihre fortgeſetzte Irrgläubigkeit erhellte und eröffnete darauf mit einer Allo⸗ cution über die Gründe des Glaubens das Glaubensgericht. Auch hier ſpielte Alcuin ³*) wegen ſeiner Gelehrſamkeit und Beredſamkeit die Hauptrolle. Nach langen Berathungen erklärten endlich die verſammelten Väter einſtimmig und eidlich die Verwerflichkeit der felicianiſchen Lehre, beantragten die Excommunication des Felix und Elipandus im Falle des Nichtwiderrufes und ſtellten in einem Briefe an die ſpaniſchen Biſchöfe rine bindende Glaubensformel auf. Karl nahm nun die Verdammung ²³) der Felicianer unter die Reichsgeſetze auf und veroffentlichte außerdem als Sohn und Schirmherr der Kirche ein Manifeſt ³*⁸) an die Felicianer, worin er ſie auf das Unheilvolle einer Glaubensſpaltung aufmerkſam macht und ihnen vorhält, mit welchem Rechte ſie etwas Beſſeres auffinden zu können glaubten, als es die allgemeine, auf dem ganzen Erdkreiſe verbreitete Kirche glaube.
Als dieſe Angelegenheit*⁰) beſeitigt war, nahm Karl auf der Kirchenverſammlung eine andere Sache vor, deren Behandlung von ſeiner Seite leicht zu einer Glaubensſpaltung geführt hätte, wenn Adrian nicht mit der größten Rückſicht gegen Karl verfahren wäre. Der Gegenſtand war die Frage von der Bilderverehrung.
Bereits zu den Zeiten des Urchriſtenthums gingen das lateiniſche Abendland und das griechiſch redende Morgenland im Ritus“¹) auseinander. Die Kluft erweiterte ſich durch den Oſterſtreit und die arianiſchen Wirren. Seit der Theilung des Reichs in Weſtrom und Oſtrom im Jahre 395 nahmen auch die dogmatiſchen Gegenſätze größere Schärfe an. Schon bei den neſtorianiſchen und monophyſitiſchen Debatten hatten die Päbſte die größte Mühe, die Griechen zurückzuweiſen. Als aber die monotheletiſche Streitfrage auftauchte und Pabſt Martin I. ſich gegen die kaiſerliche Glaubenstyrannes erklärte, ward er von den Griechen abgeſetzt und nach Conſtantinopel abgeführt. Da begann der Muhammedanismus zu rechter Zeit das oſtrömiſche Reich zu erſchüttern und die Angriffe der Araber auf Conſtantinopel retteten das Papſtthum vor der Erdrückung durch die Byzantiner. Um nicht Alles zu verlieren, gab Byzanz nach 58⸗ jährigem Kampfe dem Dogma der Italiäner nach. Von nun an drehte ſich die Politik Oſt⸗ roms faſt ausſchließlich um die Abwehr der Araber und Leo der Iſaurier glaubte kein beſſeres Mittel zur Bändigung der gefürchteten Feinde ausfindig machen zu können, als ſie zu bekehren. In dem Wahne ²*), die Bilderverehrung ſei das Hinderniß der Glaubensvereinigung, verbot er die Bilderverehrung und befahl endlich, als ſeine Glaubensedicte hin und wieder bewaffneten Widerſtand fanden, die Entfernung aller Bilder aus den Kirchen. So entſtand eine neue lang⸗ dauernde Glaubensſpaltung, welche ſchlimmer war, als die Nichtbekehrung der Muhammedaner.
55) Dieſe kamen durch Alcuins Bemühnngen. Leibnitz 154.— 56) Auditor et arbiter genannt. Idler 2, 331.— 57) Rhetor Britannicus genannt. Pertz 1, 119. Idler 2, 334. Summus Scholasticus bei Theganus 12 p. 586. Leibniß 100, 235. Auf Alcuins Aufforderung übernahm das Amt des Anklägers Biſchof Richbod von Trier nebſt dem Patriarchen Paulinus von Aauileja und Biſchof Theodulf von Orleans. Bouquet vit. Alcuin 446, 604. Pertz 1, 119.— 58) Caroli M. constitutio contra haeresin felicianam. Idler 2, 326 sdd. Pertz, Band III. Capitul. Francofurd.— 59) Beigelegt war 1) die Entſcheidung des Pabſtes und der römiſchen Kirche; 2) die der porditaliſchen Kirchen, beſonders von Mailand und Aauileja; 3) das Urtheil des Conciliums; ⁴) Karls Conſens dazu. Idler 2, 329§. 7.— 60) Der Felicianismus erloſch, nachdem Alcuin 799 noch einmal auf der Synode zu Aachen mit Felix disputirt hatte, mit ſeinen Urhebern. Alzog 378 p. Leibnitz 200, 206.— 61) v. Haxthauſen in den hiſtoriſch⸗politiſchen Blättern vom Jahre 1862.— 62) Ueber die Büder das Schreiben des Pabſtes Gregor II.


