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ſolchen Grad von Bitterkeit an, daß der König im Jahre 777 den apoſtoliſchen Legaten*⁴) wegen frecher Aeußerungen verhaften ließ, worüber ſich wiederum der Pabſt als über einen Bruch des Völkerrechts beſchwerte. Nur zögernd gab Karl nach. Im Jahre 783— 9 Jahre nach dem Sturze Deſiders— war endlich wenigſtens das Exarchat vollſtändig dem Pabſte zurückgegeben ²⁵).
Und dafür hatte Adrian Karls fünfjährigen Sohn ²³⁸) Pippin zum Könige von Italien und den dreijährigen Hludwig zum Könige von Aquitanien krönen müſſen. Karls älteſter Sohn, der junge Karl, zum Beherrſcher der deutſchen Kernlande beſtimmt, um von da aus die zwei ge⸗ nannten Vaſallenkönigreiche als Großkönig zu ſchützen und zuſammen zu halten, ward erſt Weihnachten 800 von Leo III. in Rom geſalbt. Den größten Dienſt aber leiſtete der Pabſt dem Könige, als er gegen die von Thaſſilo, dem Herzoge von Bayern und Schwager und Vetter Karls, mit Benevent, Byzanz, den Awaren, dem Khalifen von Cordova und den Nord⸗ italiänern zum Sturze Karls im Jahre 787 geſchloſſenen Coalition entſchieden ²*) auftrat. Adrian erklärte nämlich Thaſſilos Geſandten, die den Pabſt und den König in trügeriſche Sicherheit wiegen ſollten, ihren Herrn als hinterliſtigen Betrüger mit dem Bannfuͤche treffen zu wollen, wenn er Karl die geſchworene Treue ²⁸) bräche, und machte ihn für alles aus ſeiner Handlungs⸗ weiſe erfolgende Blutvergießen verantwortlich. Voll Freude über dieß Auftreten Adrians über⸗ ließ ihm Karl die Städte ²³) im langobardiſchen Tuscien, Suana, Tuscana, Bitervum, Balneum Regis und die übrigen, nämlich Castellum felicitatis, urbs vetus, Ferentum, Ortum und Marca; er verſprach ihm ſogar Populonium, Rosellae, Capua und die etwaigen Eroberungen in Bene⸗ vent. 3°) Durch den Tod des Herzogs Arigiſus von Benevent und des Khalifen Abdor Rhaman von Cordova ³¹), ſowie durch die raſche Unterdrückung des Aufſtandes in Norditalien und durch Thaſſilos Unentſchloſſenheit wurde inzwiſchen die große Coalition zerſprengt; die Awaren erlagen bei Ips unweit Pechlarn dem Schwerte der Franken, die Griechen erlitten eine gewaltige Niederlage in Unteritalien und Karl war jetzt unzweifelhaft der Gebieter von Europa, mochten ſich immerhin die Griechen noch die Herren der Welt*²) nennen. Dieß fühlte auch Adrian bald. Er bat Karl aufs dringendſte, dem Sohne des verſtorbenen Herzogs von Benevent nicht die Würde ſeines Vaters zu verleihen, weil Italien unter ſolchen Umſtänden nie ruhig ſein würde ²³). Dennoch ernannte Karl den Grimold zum Herzog von Benevent, vielleicht, weil er einerſeits den Kirchen⸗ ſtaat nicht zu groß und ſelbſtſtändig wollte werden laſſen, andrerſeits, um den Herzog als
ließ ſich durch ſolche Vorgänge nicht irre machen; nachdem er endlich 781 Sabina erhalten hatte, forderte er Po⸗ pulonium, Roſellae und die Städte des Herzogthums Benevent. Bouquet p. 565, 567.— 25) Cod. Carol. ep. 83. Ja das ſabinenſiſche Gebiet gab Karl nur ab pro luminariorum concinnationibus. Bouquet 561. Pertz 4, cp. spuria 8.— 26) Das war zu Rom im Jahre 781 geſchehen. Idler 1, 136. 212. Wahrſcheinlich wollte Karl dadurch einer Thronunfähigkeitserklärung wegen Minorennität, wie bei ſeines Bruders Karlomann Söhnen, vor⸗ beugen. Bei der damals von Karl bewerkſtelligten Reichstheilung, die ſpäter Hludwig der Fromme zu ſeinem Unglücke nachahmte, bekam der Hauptthronfolger keinen ſelbſtſtändigen Reichsantheil. Dieſer blieb dem Vater, der auch die Oberleitung des Ganzen behielt. Leibnitz 242, 314. Die Vaſallenreiche genoſſen jedoch einer Art Auto⸗ nomie; ſo z. B. ſchwuren die Italiener nun dem Könige Pipin von Italien den Huldigungseid und zahlten ihre Steuern an ihn. Pertz 5, 234 4, cp. spuria 10. Dieſe Theilung von 781 ward 806 beſtätigt. Leibnitz 240.— 7) Leibnitz 120.— 28) Annal. Mettens. Lauriss. 787. Leibnitz 101, 133.— 29) Cod. Car. ep. 88, 89, 90. Pertz 4, 7 cp. spuria. Idler 2, 34. 67.— 30) Cod. Car. ep. 92. Leibnitz 130. Pertz a. a. O. 88. Bouquet 570, 572, 573, 574.— 31)„Wir bitten“, ſchrieb Adrian über die ſpaniſchen Rüſtungen an Karl,„mit Geſſtlichkeit und Volk zu Gott, daß er das unausſprechlich verhaßte Volk der Agarener(d. h. Nachkommen der Hagar, Araber) Euch unterwürfig mache. Seid unverzagt und ſtark, denn der allmächtige Gott wird, wenn Ihr auf ihn vertraut. Euerem Reiche Sieg verleihen über Euere und unſere Feinde.“ Bouquet 575.— 32) Poeta Saxo zu ann. 788.— 33) Idler 2, 68. 33. Bouquet 571.— 34) Bouquet 188, 576. Gibbon P. 886.— 35) Bouquet 577.—


