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verſtorbenen Karlomanns unmündige und daher thronunfähige ³) Söhne zu Frankenkönigen ſalbte, und ſich ſo ſelber ſeiner letzten Stütze zu berauben. Alle Klagen*⁴) Adrians halfen nichts. Wie aber auch alle Vorſtellungen Karls, der eben ſo wenig als ſein Vater Pippin einen italieniſchen Krieg wünſchte, bei Defiderius, Karls ehemaligem Schwiegervater, umſonſt waren und Adrian vor den heranſtürmenden Langobarden weinend die Thore von Rom ſchloß, da hielt es Karl, welchem nach dem Vertrage von Kierſy“), das Protectorat über den dem Pabſte von Pippin geſchenkten Kirchenſtaate zuſtand, für ſeine Pflicht, das ihn zu Hilfe rufende Haupt der Kirche dauernder als bisher zu ſchützen, indem er das Königreich Italien zerſtörte. Die Schnelligkeit, womit dieß gelang, beweiſt, daß der Welt mehr an dem Pabſtthume, als an einem ſelbſtſtän⸗ digen Königreiche Italien lag.
Während nun die fränkiſchen Heere noch Pavia belagerten, worin der von allen Seiten abgeſchnittene Deſiderius ſchon wie ein Gefangener ſaß, eilte Karl nach Rom, um hier über die Umgeſtaltung Italiens und die Neuordnung der durch die Zerſtörung des Königreichs Italien gänzlich veränderten Verhältniſſe Europas mit Adrian Rückſprache zu nehmen.
Am Oſterſamſtag 774 näherte ſich der König den Thoren Roms und Pabſt und Bürger⸗ ſchaft holten den Sieger ein. Die Würdenträger und Edlen Roms mit dem Stadtbanner eröff⸗ neten den Zug, auf beiden Seiten der flaminiſchen Straße bildeten die Schulen ³) der Ausländer Spalier, dann kam die römiſche Ingend unter Waffen, die Kinder trugen Palmen und Oelzweige und ſangen das Lob des Befreiers von Rom. Als Karl die Kreuze, die Fahnen des Pabſtthums, ſah, ſtieg er vom Pferde und ſchritt unter den ausgezeichnetſten Ehrenbezeugungen*), wie ſie einem Patricier oder Exarchen gebührten, durch die Straßen zu der Kirche des hl. Petrus und gelangte in den Vorhof, wo der Pabſt mit der Geiſtlichkeit im Feſtornate ſeiner wartete. Der König umarmte den Pabſt wie einen Freund und Seinesgleichen, ergriff deſſen Rechte 0), ſtieg mit ihm in die Kirche des Apoſtelfürſten hinein und dankte Gott für den Sieg. Am Oſter⸗ ſonntage beſuchte Karl die Kirchen Roms, um dort ſeine Andacht zu verrichten, und um die 4. Ferie der Oſtern verſprach er auf Bitten des Pabſtes und der Edlen Roms die Rückgabe ¹²) der von Deſiderius beſetzten Territorien Roms und beſtätigte ¹²) die von Pippin gemachte Schenkung des Kirchenſtaates. Des Königs Notar und Kapellan Itherius ſtellte zwei gleichlautende Urkunden aus, welche von dem Könige, von allen Biſchöfen, Aebten, Herzögen and Grafen unterſchrieben
Leben Karls des Großen von Einhard, 2, 19. Pertz 5, 707. Bouquet 189 supplem. Leibnitz p. 31, 32, 39.— 5) Idler 1, 130 et regnum soli jure datur Carolo poëta Saxo.— 6) Idler 1, 142. 143.— 7) Der alte Beſitz des römiſchen Stuhls zu Pippins Zeiten mag ungefähr die Stadt Rom mit ihrem Herzogthume(die campagna di Roma nebſt der Seeküſte bis Ceperarum), Terracina und das römiſche Tuscien umfaßt haben Zu Kierſy erhielt der Pabſt vom Vater Karls noch dazu:„a Lunis cum insula Corsica, deinde in Suriano, inde in monte Burdone, Berceto, Parma, Regio, Mantua, Monte Silicis, simul universum exarchatum, sicut antiquitus erat, tum pro- vincias Venetiarum, atque Istriae, postremoque ducatus Spoletinum et Beneventanum.“ Leibuitz p. 44. 45. 46. Man hat, da mehrere dieſer Theile noch den Griechen gehörten, die Ausdehnung der Schenkung wohl mit Unrecht bezweifelt(Idler 1, 149), denn weil Pippin an eine Eroberung Italiens für ſich nicht dachte, war die angegebene Abrundung des Kirchenſtaates eine militäriſche Nothwendigkeit. Die Geſchichte des Jahres 1860 liefert den voll⸗ ſtändigen Beweis hiefür. vita Stephan II. cp. 46. 47. Pertz 4, cp. spuria 7, 9. vita Hadriani cp. 32, 33. Bouquet 463.— 8) Im Jahre 799 bei Leo'’s III. Einzuge find ſie genannt Frieſen, Franken, Sachſen und Longobarden; es waren Landsmannſchaften ähulich wie auf der Univerſität zu Athen. cf. Olympiodor 1, p. 460, Bonner Ausgabe.— 9) vita Hadriani, Leibnitz p. 42 s4q. Aehnlich war Karls Einzug im Jahre 800. Einhard ann. Am 28. Juli 754 war Karl zu St. Denis vom Pabſte Stephan III.(II.) zum Patricius geſalbt worden. Brinck⸗ meier Handbuch der hiſtor. Chronologie p. 256.— 10) Macchiavelli p. 33 nennt ihn fälſchlich Theodoro primo.— 11) Einhard vit. cp. 6.— 12) Bonquet 376, 462, 463.— 13) Pertz 5, 488. NB. 75.— 14) Nur noch bei dieſer


