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der Unterricht taubſtummer Kinder unter Ihresgleichen in einer geregelten An⸗ ſtalt, um ſo mehr dann, wenn er da von vornherein begonnen werde. Wer die Sache durch ſeinen Beruf kennt, wird dieſe treffenden Aeußerungen einleuch⸗ tend finden, und ich ſelbſt weiß aus meiner Praris, daß ſie gegründet ſind. Was die von Herrn Sägert errichtete Heil⸗ und Bildungsanſtalt für Blöd⸗ ſinnige, die gegenwärtig eine Privatunternehmung des Directors iſt, anlangt, ſo wird der Beſuch derſelben dem Publico aus beſonderen Rückſichten für die Eltern ſolcher Unglücklichen und noch aus andern Gründen— nicht geſtattet. Der Director war jedoch ſo gefällig, mich für eine kurze Zeit in dieſelbe einzulaſſen. Hier ſah ich Herrn Hilfslehrer Haaſe bei etwa fünf ſolcher Bedauernswürdigen in reger Wirkſamkeit; er war eben beſchäftigt, das An⸗ ſchauungsvermögen eines Knaben an einem Wilkfiſchen Bilde zu üben, indem dieſer aufgefor⸗ dert ward, die Gegenſtände auf der Bildertafel zu nennen, was er mit ſo lauter, vernehm⸗ licher Stimme that, wie ein geiſtig geſunder, vollſinniger Knabe. Es iſt dies, wenn ich mich recht entſinne, dasſelbe Kind, welches Sägert's erſter Bericht:„Ueber die Heilung des Blödſinnes auf intellectuellem Wege“ näher bezeichnet. Bald darauf wurde ein anderer Knabe, ein Ruſſe, der etwa vor einem halben Jahre faſt in einem troſtloſen Zuſtande in die Anſtalt gebracht worden war, an den im Lehrzimmer befindlichen Barren geführt, wo er gymnaſtiſche Uebungen recht gut producirte. Herr Haaſe, der mit hingebender Geduld in ſeinem trauri⸗ gen Wirkungskreiſe weilt und arbeitet, behandelte die unglücklichen Kinder eben ſo mild und ſanft, als im Geiſte chriſtlicher Liebe und Ausdauer. Nachdem ich einige Zeit an dieſem trau⸗ rigen Ort, wo einige Individuen ſogar in einem thierähnlichen Zuſtande vegetirten, verweilt
hatte, erſchien Sägert und führte mich wieder in die ſtillen Räume ſeiner taubſtummen Schüler.—
5) Das Taubſtummen⸗Inſtitut zu Dresden.
Die Entſtehung dieſes Inſtituts ward durch einen armen taubſtummen Knaben veranlaßt, der zuweilen die Zöglinge des Flechter'ſchen Schullehrerſemi⸗ nars beſuchte und dadurch bald die beſondere Aufmerkſamkeit des Directors Zahn auf ſich lenkte. Derſelbe ließ den Knaben, zu welchem ſich bald noch mehrere ſolcher unglücklichen Kinder geſellten, von ſeinen Seminarzöglingen, ſpäter aber allein von dem Seminariſten J. Fr. Jenke im Schreiben und Sprechen un⸗ terrichten. Director Zahn begründete auf dieſe Weiſe bei dem Seminare eine Taubſtummenſchule, die in der Folge durch die Bemühungen des Herrn Jenke, der aus Liebe zur Sache ſich mittlerweile in der Berliner Schule zum Taub⸗


