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Taubſtummen⸗Inſtituten daſelbſt fuͤr das fragliche Fach auszubilden. Demnaͤchſt traten(1829) Taubſtummenſchulen mit den Lehrerſeminaarien in Verbin⸗ dung, beſonders vollſtaͤndig gelang dies in der Provinz Sachſen, wo die Staͤnde fuͤr jedes der Seminarien zu Erfurt, Weißenfels, Halberſtadt und Magdeburg zum Zwecke der Taubſtummenbildung 1000 Thaler bewilligten und ſo in fuͤr⸗ ſorglicher Weiſe fuͤr die Vermenſchlichung der armen Taubſtummen in den Bezirken bedacht waren. In jede der vier Schulen wurden anfangs 10 bis 12 Taubſtumme aufgenommen, welche Zahl ſpaͤter, bei geſteigerten Lehrkraͤften, auf 25 bis 30 vermehrt ward.— Die Oberaufſicht uͤber die Seminar-Taubſtummen⸗ ſchule iſt demm Seminardirector uͤbertragen, der zugleich ihr Vorſteher iſt; und der Oberlehrer derſelben hat die Zoͤglinge des Seminars in theoretiſcher und praktiſcher Weiſe zu befaͤhigen, daß dieſe in ihrem ſpaͤteren Wirkungs⸗ kreiſe taubſtumme Kinder zu unterrichten im Stande ſeien. Die Sache hatte laͤngere Zeit einen recht gedeihlichen Fortgang, ward aber aus finanziellen Ruͤck⸗ ſichten durch die Landſtaͤnde ſpaͤter ſelbſt wieder behindert. In Folge deſſen hat die Frequenz dieſer Schulen dermalen ſehr abgenommen, weil die Staͤnde der Provinz Sachſen, mit den ſeitherigen Reſultaten der fraglichen Einrichtung un⸗ zufrieden, nunmehr haͤufig die Aufhebung der Seminar-Taubſtummenſchulen anſtreben. Herr Director Saͤgert in Berlin ſagt in Betreff dieſer Sache fol— gendes Bemerkenswerthe:«Die Gruͤnde dafuͤr liegen ſehr nahe. Man hat auf der Illuſion gebaut, in zehn Jahren werde die Provinz eine ſo große Anzahl von Taubſtummenlehrern haben, daß die Anſtalten uͤberfluͤſſig ſeien. Die Lehrer— zahl iſt nun freilich da; aber man hat ferner an der Graſer'ſchen Idee ſeſtgehalten, dieſe Lehrer wuͤrden die taubſtummen Kinder nach einigen Stunden beſonderen Unterrichts in der Articulation ohne Weiteres mit den Vollſinnigen zuſammen unterrichten. Ja, wenn zum Verſtehen einer Sprache nur das Alphabet gehoͤrte und nicht auch die Fuͤlle der Anſchauungen, die Fuͤlle der Begriffe und die Fertigkeit in der Form! Man nehme doch einmal ein vollſinniges Kind, lehre das Alphabet und die erſte Articulation einer fremden Sprache und dann docire man ihm ſofort etwas in dieſer Sprache vor. Die Bonnenmethode zeigt zwar, daß es ſich die fremde Sprache in mehr oder minder richtigem Maße aneignet, je nach ſeinen Faͤhig— keiten; aber es dauert ſeine Zeit und dann kann es ja auch hoͤren! Das Auge


