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Die vom Herrn Direetor bei meiner Anweſenheit vorgenommenen Sprech⸗ und Sprachuͤbungen zeigten, daß die Schuͤler in der Sprache und im Denken gut gefoͤrdert waren, wenn auch ihre Sprechfertigkeit, wenigſtens fuͤr mich, Manches zu wuͤnſchen uͤbrig ließ In einer Unterabtheilung wurden die auf einem Reimer⸗Wilk'ſchen Bilde zum Anſchauungsunterrichte dargeſtellten Gegen⸗ ſtaͤnde erklaͤrt und den Kindern mit dem Worte zugleich immer deſſen Bedeutung entweder durch die unmittelbare Betrachtung des Bildes ſelbſt, oder durch die Geberde gegeben, womit der Lehrer paſſende Belehrungen verband, um die Denkkraft der im Geiſte unmuͤndigen Kinder anzuregen und ihren noch engen Vorſtellungskreis zu erweitern. Demnaͤchſt wurde der Schuͤler aufgefordert, fuͤr jedes gedeutete Wort das natuͤrliche Geberdenzeichen anzugeben, um ſo zu er— mitteln, ob er ſich auch den rechten Begriff davon gebildet hatte, dabei aber, was ich loben muß, niemals das artikulirte Sprechen verabſaͤumt. Die Uebungen wurden uͤberhaupt ſehr gut angeſtellt und Dr. Weidner bethaͤtigte auch hier wieder den ſchulgeuͤbten, gewandten Taubſtummenlehrer, der eben weiß, was er ſeinen Schuͤlern auf jeder Entwickelungsſtufe geben muß, wenn ſie es verſtehen und gehoͤrig verarbeiten ſollen. Ungern vermißte ich bei dieſer Wortdeutung die Satzbildung durch die Beſchreibung irgend eines Bildes, da Wort⸗ und Satzbildung im Sprachunterrichte taubſtummer Kinder Hand in Hand gehen muͤſſen. Waͤhrend dieſe lexicaliſche Uebung vorgenommen wurde,— die Woͤrter hatte der Lehrer an die Holztafel geſchrieben— waren die uͤbrigen, auf andern Bildungsſtufen ſtehenden Schuͤler, ſich ſelbſt uͤberlaſſen, theils mit Woͤrterſchreiben, theils mit Satzbildungen beſchaͤftigt— und die I. Klaſſe uͤbte ſich unterdeſſen im Memoriren des Aufgegebenen.— Ich verſuchte, einige muͤndliche Fragen an die Zoͤglinge der oberſten Klaſſe zu richten, ſtand aber bald wieder von meinem Vorhaben ab, indem ich ruͤckſichtlich des Abſehens vom Munde auf zu viele Schwierigkeiten ſtieß. Meine ſchriftlichen Fragen wurden aber ganz richtig und fertig beantwortet und ich konnte mich hinlaͤnglich von großer Fertigkeit der Schuͤler im ſchriftlichen Ausdruck uͤberzeugen. Der Hr. Director hat ſeinen Schuͤlern ein Religionsbuch, mit bibliſcher Geſchichte verwebt und von ihm ſelbſt verfaßt, in die Haͤnde gegeben, deren Inhalt, ſobald die noͤthigen Erklaͤrungen und Belehrungen gegeben ſind, woͤrtlich memorirt wird. Da Kinder beider
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