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ſaͤle zu zeigen, wo uͤberall Reinlichkeit und Ordnung herrſchte. Die Schlaf⸗ ſtellen beſtehen aus einer mit Moos oder Stroh geſtopften Matratze, einem Kopfkiſſen, drei Wolldecken und den noͤthigen Leintuͤchern. Die Beaufſichtigung der Knaben und Mauͤdchen in den Schlafſaͤlen geſchieht durch eine hoͤrende Perſon ihres Geſchlechts.—
Hr. Dr. Weidner fuͤhrt mit ſeinen Taubſtummen ein wahres Familien⸗ leben, worin der erhebende Geiſt gegenſeitiger Vertraulichkeit und Liebe waltet, welch' freundliches Zuſammenleben mich ungemein wohlthuend angeſprochen hat. Vorzuͤglich ward dieſer milde, auf die ungluͤcklichen Kinder ſo wohlthaͤtig ein⸗ wirkende Geiſt von ſeiner trefflichen Gattin genaͤhrt, welche die Oekonomie des Hauſes ꝛc. ſo muſterhaft gefuͤhrt haben ſoll. Durch den Tod dieſer Frau im vorigen Jahre hat Weidner und zunaͤchſt das Inſtitut einen recht empfindlichen Verluſt erlitten, welchen der alte, wuͤrdige Mann bei meiner Anweſenheit auf's ſchmerzlichſte beklagte.
Durch die Errichtung von ſogenannten Seminar-Taubſtummen-Schulen in der Provinz Weſtphalen hat die Frequenz der Muͤnſterer Anſtalt dermaßen abgenommen, daß gegenwärtig nur noch zwoͤlf Zoͤglinge dieſelbe beſuchen, welche Hr. Weidner allein unterrichtet, ein Umſtand, der ruͤckſichtlich der Kultur der Lautſprache nur nachtheilig iſt, weil bekanntlich ein Lehrer nicht alle Schuͤler der Anſtalt, welche natuͤrlich auf ſehr verſchiedenen Bildungsſtufen ſtehen, ge⸗ meinſchaftlich und gleichzeitig unterrichten kann. Waͤhrend er eine Klaſſe ſelber beſchaͤftigt, iſt die andere, die hinſichtlich ihrer Entwickelungsgrade vielleicht wieder in mehrere Abtheilungen zerfaͤllt, ſich ſelbſt uͤberlaſſen und wird daher vernachlaͤſſigt, weil in Ermangelung eines Gehilfen keine Vertretung Statt findet.— Saͤmmtliche Schuͤler werden in einem großen Lehrzimmer unterrichtet und ſind in zwei Klaſſen, jede derſelben aber wieder in Abtheilungen gebracht. Hr. Weidner bemerkte ganz richtig, daß, wenn man die verſchiedenen Anlagen der Taubſtummen und die mehr oder weniger erlangte geiſtige Entwickelung im Elternhauſe in Erwaͤgung ziehe, jeder derſelben faſt wieder fuͤr ſich allein eine Abtheilung bilde. Um ſo mehr iſt im Intereſſe ſeiner Schuͤler zu bedauern, daß ihm kein Lehrer zur Seite ſteht, der ihn bei ſeinen vorgeruͤckten Jahren in der muͤhevollen Arbeit unterſtuͤtzen und in Behinderungsfaͤllen vertreten koͤnnte.


