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jetzt ſchon in einen Conflikt gerathen wuͤrde, indem ſich ſeine Zeit und Kraft, ſeine Aufmerkſamkeit und ſeine Gedanken oder uͤberhaupt ſeige Geiſtesthaͤtigkeit durch zwiefaches Lernen ganz entgegengeſetzter Objekte zu ſehr theilen und ihn durch eine gedoppelte anſtrengende Beſchaͤftigung dergeſtalt abſtumpfen und ſchwaͤchen wuͤrde, daß es auf Koͤrper und Geiſt gleich nachtheilig wirken muͤßte.— Da aber Niemand zwei Herren dienen kann, am wenigſten der Taubſtumme, den man ohnehin auch im gebildeten Zuſtande einen Halbmenſchen zu nennen pflegt, ſo iſt es unzulaͤſſig, den taubſtummen Knaben ſchon waͤhrend des Schulbeſuchs eine Pro⸗ feſſion erlernen zu laſſen, und nachtheilig, die Lehre in dieſer Zeit zu beginnen, weil es ihn zu ſehr anſtrengt und, die Frucht verkuͤmmernd, den Grund zum Pfuſchen legt; da mancher ja doch nach ſeiner Entlaſſung aus der Schule, wo ſeine Unterſtuͤtzung aufhoͤrt, zur Vollendung der Lehre zu einem Meiſter in ſeiner Heimath gebracht werden muͤßte. Der Zweck wird aber am beſten und ſicher dadurch erreicht, daß man den Taubſtummen gleich nach ſeiner Entlaſſung aus dem Inſtitute bei einem braven Meiſter in ſeiner Heimath diejenige Profeſſion erlernen laſſe, wozu er Neigung und Luſt hat.— In Beruͤckſichtigung des den Taubſtummen eigenthuͤmlichen Gebrechens eignen ſich fuͤr ſie nur das Schneider⸗ Schuſter⸗Schreiner-Sattler- Dreher- Buchbinder⸗-Seiler⸗Spengler⸗ Kamm⸗ macher⸗ und Korbmacherhandwerk; auch moͤchte er zum Gerber und Weißbinder geeignet ſein. In Ruͤckſicht auf Kuͤnſte koͤnnen eigens dazu Beanlagte zu Malern, Lithographen, Etuiarbeitern ꝛc. gebildet werden.
Was die kuͤnftige Subſiſtenz der Maͤdchen anlangt, ſo kann fuͤr ſie durch den Induſtrie⸗Unterricht in der Anſtalt ſchon mehr gethan werden, als fuͤr die Knaben, da ſie als Berufs⸗Vorbildung durch eine beſondere Induſtrielehrerin woͤ⸗ chentlich ſechs Stunden Unterricht im Stricken, Naͤhen, Zeichnen der Waͤſche und Sticken erhalten, womit ſie ſich, wenn ſie vollſtaͤndig darin ausgebildet(ausge⸗ lehrt) ſind, in Zukunft ihr Brod ſelbſtſtaͤndig verdienen koͤnnen; denn als Dienſt⸗ boten finden ſie, wie die Erfahrung lehrt, ſelten ein Unterkommen, weil die Ar⸗ men ihres Gebrechens wegen nicht zu allen Dienſtverrichtungen brauchbar ſind. Als Ergaͤnzung ihrer Berufsbildung, die im Inſtitute unmoͤglich vollendet werden kann, iſt jedoch zu wuͤnſchen, daß den weiblichen Zoͤglingen nach ihrer Entlaſſung aus dem Inſtitute durch einen weiteren Unterricht in weiblichen Handarbeiten,


