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Sprachformen Belehrungen uͤber die Neben⸗, Zahl⸗, Fuͤr⸗, Zeit⸗ und Bindewoͤr⸗ ter, jedoch immer noch im Gebiete des Anſchauungsunterrichtes, wo naͤmlich die Sprachformen mit den Sachen erkannt und eingeuͤbt werden, ohne verherrſchende Ruͤckſicht auf grammatiſche Regeln und Beſtimmungen. Da der Taubſtumme dergeſtalt die Sprache ſachlich und foͤrmlich. oder durch die Anwendung in Bei⸗ ſpielen durch den Gebrauch lernt, ſo iſt es mehr ein techniſcher, ein rein prac⸗ tiſcher Sprachunterricht.
Von großer Wichtigkeit fuͤr die weitere Ausbildung des Taubſtummen, wie nicht minder von ſprachlichem Gewinn, iſt die naturgemaͤße Entwi klung abſtrac⸗ ter moraliſcher und religioͤſer Begriffe, als Vorbereitung zur moraliſch⸗religioͤſen Bildung. Wir betreten mit unſern Schuͤlern damit das Anſchauungsgebiet, wo ſie die Kenntniß ihres Selbſt, ihres eigenen Weſens, Lebens und Wickens, ſowie die des Himmels oder des Goͤttlichen gewinnen ſollen. Verſinnlicht und ver⸗ deutlicht werden dieſe Begriffe durch Beiſpiele aus dem Schul⸗ und Erfahrungs⸗ kreiſe der Kinder ſelbſt, die uͤbrigens dem Taubſtummen in einer ganz einfachen, ſeiner nothduͤrſtigen Sprachkenntniß angepaßten, durchaus verſtaͤndlichen Dar⸗ ſtellungsweiſe zu geben ſind. Wollen wir z. B. den Begriff gehorſam entwickeln, ſo iſt die Weiſe ſo: der Vater befiehlt: Wilhelm ſchreibe! Wilhelm ſchreibt ſo⸗ gieich. Der Vater ſagt: Wilhelm bringe mir dort das Buch; Wilhelm bringt dem Vater das Buch ſchnell. Der Vater befahl: Wilhelm ſpiele Klavier; er ſpielt gleich und gern. Wilhelm iſt gehorſam; er zeigt Gehorſam.— So etwa wird der Taubſtumme zu ſittlich⸗religioͤſen Anſchauungen gefuͤhrt, auf die Erſchei⸗ nungen der moraliſchen Kinderwelt nach Eigenſchaften und Verhaͤltniſſen hinge⸗ wieſen und der Blick nach oben auf Gott, den Allmaͤchtigen und Guͤtigen, ſo⸗ wie auf unſere Pflichten gegen ihn und gegen unſere Mitmenſchen gerichtet.
Aus dieſer Andeutung wird man erkennen, daß der Taubſtummenlehrer ſei⸗ nen Unterricht in Beiſpielen aus den Anſchauungskreiſen vorfuͤhren und moͤglichſt gut verſinnlichen, d. h. dem beſchraͤnkten Blicke des Ungluͤcklichen verdeutlichen muß, wenn ihn dieſer auffaſſen, verſtehen und fuͤr immer behalten ſoll. Durch den bisherigen Unterricht iſt die Sprachkraft des Schuͤlers in ſo weit geſteigert, die geiſtigen Anlagen ſind in dem Grade entwickelt, daß jetzt ſchon Belehrungen


