Aufsatz 
Über das Historische und Unterrichtliche der Anstalt, mit besonderer Beziehung auf den Sprachunterricht
Entstehung
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= 81 uͤber ſcheiftliche Aufſaͤtze, wenigſtens im engſten Sinne, eintreten koͤnnen; er wird daher angeleitet, das Geſehene, Erlebte, Geleſene und Beſprochene zu bearbeiten und die Gegenſtaͤnde des Anſchauungsunterrichtes in der ſeiner Faſſungskraft angemeſſenen Weiſe zu beſchreiben und die ſich angeeigneten Sprachformen der⸗ geſtalt anzuwenden. Neben dieſen techniſchen Sprachuͤbungen geht das Leſen in einem Leſe⸗ und Bilderbuche, den Sprachzweck unterſtuͤtzend und foͤrdernd zur Seite. Zweckmaͤßig verfaßte, in einer dem Sprachbeduͤrfniſſe des Taubſtummen angepaßten Schreibart ſind das Leſe⸗ und Bilderbuch fuͤr Taubſtumme von Jaä⸗ ger, die Lectuͤre fuͤr Taubſtumme zur eigenen Fortbildung in der Wortſprache von Henſen und das Leſebuch von Scherr. Wie oben bemerkt, bringt das voll⸗ ſinnige Kind ſo viele Sprachbegriffe und Sprachfertigkeit von Haus aus in die Schule mit, daß der Lehrer nur dieſe genauer zu entwickeln, zu berichtigen und zu bereichern hat, daß es ſeine Vorſtellungen und Gedanken im einfachen Satze muͤndlich und ſchriftlich ausdruͤcken und das von Andern Gedachte auffaſſen und verſtehen lernt. Das Leben vor der Schule war ſchon ſeine Sprachſchule, wenn gleich von grammatiſcher Unterſuchung und Unterſcheidung dabei, von einer ab⸗ ſichtlichen Sprachuͤbung noch keine Rede war, und dieſe Sprachſchule, welche ihm das Leben bietet, hoͤrt niemals auf. Der Taubſtumme, wenn auch in glei⸗ chen Verhaͤltniſſen lebend, iſt durch ſein ungluͤckliches Abgeſondertſein von aller geiſtigen und ſprachlichen Erregung, von dieſer Sprachvorſchule ausgeſchloſſen; er tritt daher ganz geiſtes- und ſpracharm in feine Schule, die ihm deshalb im ausgedehnteſten Sinne Sprachſchule werden muß, dergeſtalt, daß ſie ihren Un⸗ terricht ſachlich einrichten und gelegentlich alle Formen daran anſchließen muß. Durch einen eigens hierzu berechneten, kuͤnſtlichen Unterricht muß folglich dem Taubſtummen dieſe Sprache angebildet werden; wir haben in ihm die Sprache zu entwickeln, wie ſie das Leben in dem vollſinnigen Kinde erzeugt, was alſo auf demſelben Wege und in aͤhnlicher Weiſe geſchehen muß, wie letzteres im El⸗ ternhauſe die Sprache hoͤrt, nachſpricht und lernt. Dies bedingt, daß ſich in der Taubſtummenſchule das Leben in ſeiuer Mannigfaktigkeit wiederhole, daß es gleichſam vor den Augen der Neulinge kuͤnſtlich nachgebildet werde, um aus den ſo herbeigefuͤhrten Einzelheiten, Zuſtaͤnden und Thaͤtigkeiten mit dem Taub⸗