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und Gedanken genau kennt und einerſeits das Ge prochene, Geſchriebene oder Ge⸗ druckte richtig verſteht, andererſeits ſeine eigenen Gedanken richtig ausſprechen und niederſchreiben kann; ſo iſt der normale Sprachzweck bei ihm erreicht und die Schule hat ihre ſprachliche Aufgabe ſowohl in materieller, als formeller Hin⸗ ſicht geloͤſt. Der Eigenthuͤmlichkeit des Individuums gemaͤß, behandeln wir den Sprachformenunterricht in engſter Verbindung mit dem Sprachbegriffsunterrichte und ſuchen den Taubſtummen in all' die mannigfaltigen Zuſtaͤnde zu ſetzen, worin jeder Menſch war, als er die Sprache hoͤrte und lernte. Dies bedingt denn vieles Sehen und das Verfetzen in allerlei Lebensverhaͤltniſſe. Wo dies nicht immer thunlich iſt, muß dem Schuͤler das Leben, wo moͤglich, kuͤnſtlich nahe gebracht werden, weshalb neben der Schrift die natuͤrliche Geberdenſprache, Bilder, Modelle und Stoffe als Hilfsmittel dienen. Angefangen wird mit dem Benen⸗ nen wahrnehmbarer Gegenſtaͤnde aus dem Haus⸗, Schul⸗ und Kinderkreiſe, in der Art, daß wir ihm dieſelben wo moͤglich in der Wirklichkeit zeigen oder in Bildern vor die Sinne bringen, ſie anſchauen, beobachten, vergleichen laſſen, ihm die Namen dafuͤr geben und dergeſtalt die Anſchauungs⸗ und Denkkraft entwik⸗ keln. Die Benennung geſchieht ſowohl muͤndlich als ſchriftlich, mit Unterſtuͤtzung der natuͤrlichen Geberdenſprache, die bei den Uebungen und Wiederholungen noͤ⸗ thigenfalls an den Gegenſtand erinnern hilft, doch iſt die Lautſprache, als die erſte, allgemein verſtaͤndliche Mittheilungsweiſe, vorzugsweiſe anzuwenden und einzuuͤben. Die Namen der Gegenſtaͤnde vom leichteren zum ſchwereren Aus⸗ ſprechen geordnet, werden in ein Heft eingetragen und bilden das erſte Woͤrter⸗ buch des Schuͤlers, deſſen Inhalt er memoriren und ſeinem Gedaͤchtniſſe einpraͤ⸗ gen muß. Sobald der gehoͤrige Wortvorrath erlaugt iſt, wird der Schuͤler an⸗ geleitet, auf die Fragen: Was iſt das? Wie heißt das? Was ſind das? die Saͤtze: das iſt ein Tiſch,— das heißt Tiſch,— das ſind Tiſche ꝛc. zu bilden und ſich ſo im Selbſtbilden der Saͤtze(freilich hier noch Benennung) zu uͤben. Bei der Wiederholung werden die Namen ſolange durchgeſprochen, bis ſie der Schuͤler richtig angibt und mit den Gegenſtaͤnden ſelbſt ſicher verbindet. Dabei richten wir ſeine Aufmerkſamkeit auf die Zahl der Gegenſtaͤnde und ihre Theile und laſſen ſie durch aufgehobene Finger, durch Striche und Wuͤrfel ꝛc. andeuten


