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wahr. Da die Taubſtummen l und n oft mit euander verwechſeln, ſo iſt es zur gehoͤrigen Feſtſtellung zweckdienlich, wenn man beide Laute neben einander ſtellt und einuͤbt, wodurch der Schuͤler dann bald den Unterſchied kennen lernt. Läßt er bei l die Luft aus der Naſe ſtroͤmen, ſo halte man ihm dieſe zu.
Das r entſteht, wenn man die Zungenſpitze in eine zitternde Bewegung ſetzt. Man macht dies dem Taubſtummen anſchaulich, indem der Lehrer dem r ein b vorſetzt und mit den Lippen aͤhnlich vibrirt oder br ſpricht. Kann der Taubſtumme das r mit der Zungenſpitze nicht ſprechen, ſo laͤßt man ihn mittelſt des weichen Gaumens das ſchuarrende r hervorbringen. Dieſe Thaͤtigkeit laͤßt ſich durch Gurgeln mit Waſſer und Fuͤhlen an die Gurgel wahrnehmbar ma⸗ chen. Auch kann man ihm das Zungenflattern(= das Flattern mit der Zun⸗ genſpitze) durch einen kangen Papierſtreifen verſinnlichen, der durch ſtarkes An⸗ blaſen in eine zitternde Bewegung verſetzt wird. Es verſteht ſich dabei von ſelbſt, daß der Taubſtumme dem Redenden, indem er das r ſpricht, in den Mund ſehen muß, um die Vibration der Zunge wahrzunehmen. Da r fuͤr viele Kin⸗ der der ſchwerſte Laut iſt, ſo muß man ſolche Verſinnlichungsmittel anwenden, um ihn, wo moͤglich, dem taubſtummen Kinde zu entlocken.
Die durch die ſchnelle Vereinigung zweier Conſonanten gebildeten zuſam⸗ mengeſetzten Laute ſind leicht zu entlocken, ſobald man die obigen Laute feſtge⸗ ſtellt hat. So wird;z durch das verſchmelzende Ausſprechen des t und 8 ts, r durch ks, g durch kw entlockt und gebildet. Das c lautet vor a o, u und nach e, i, aͤ, uͤ wie k, vor e, i, aͤ, oͤ, uͤ aber wie z; v, ph, pf(pf im Anfange des Wortes) werden wie f lautirt.— Bei der Artikulation des ch und g nach a, o, u wird die ausſtroͤmende Luft mit der Zungenwurzel und dem Gaumen beengt; ſtehen ch und g aber nach e, i, aͤ, o, uͤ, ſo muß der Luftſtrom mit dem Zungenruͤcken beengt werden, und der ziſchende Hauch iſt dann ſanfter.
Sehr gut kann man ſich der richtigen Ausſprache der Conſonanten, ſowie der richtigen Organſtellung dazu vergewiſſern, wenn man bei der Ausſprache der Woͤrter genau Acht gibt, welchen Hauch oder Laut man zuletzt noch hervor⸗ bringt. Man ſpreche z. B. ſtark, gebe Acht auf die Ausſprache des letzten Lau⸗ tes(= k), und man wird ſich dadurch am beſten ſelbſt Aufklaͤrung verſchaffen uͤber


