Aufsatz 
Über das Historische und Unterrichtliche der Anstalt, mit besonderer Beziehung auf den Sprachunterricht
Entstehung
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Lippen werden etwas vorwaͤrts geſtreckt und geoͤffnet, wodurch in den meiſten Faͤllen der Laut des ſch erſcheint.

Bei den mit Stimme begleitenden Naſelauten m, n, ng geht die Luft toͤ⸗ nend durch den offenen Naſenkanal und verurſacht eine Vibration der Naſenfluͤ⸗ gel, die mit den Fingern bemerkt werden kann.

i entſteht dadurch, daß bei ſanftem Verſchluß der Lippen die Luft in die Naſe gedraͤngt(gepreßt) wird und durch dieſe ausſtroͤmt. Man ſpricht dem Taubſtummen den Laut vor, legt ſeine Finger an die vibrirenden Naſenfluͤgel und laͤßt ihn den Laut nachſprechen. Das Stimmartige aber kann er am Kehl⸗ kopfe des Vorſprechenden fuͤhlen.

n entſteht dadurch, daß die Zungenſpitze hinter der obern Zahnreihe am Gaumen die Luft verſchließt, wodurch dieſelbe in die Naſe gepreßt wird und durch dieſe ausſtroͤmt. Die Lage der Zunge iſt dieſelbe wie fuͤr d und t. Man veranlaßt das Nachſprechen wie bei dem Laut r. Dieſe beiden Mitlaute ſind die einzigen im Deutſchen, wobei die Naſe offen ſein muß. Ihr Unterſchied iſt wie der des b und d oder des p und t.

ng wird wie das n entlockt, mit dem Unterſchiede, daß die Luft bei dem Hintergaumen und der Zungenwurzel gehemmt und ſo durch die Naſe gedraͤngt wird. Spricht der Taubſtumme ch ſtatt des ng, ſo gehen wir zu n zuruͤck, druͤk⸗ ken ſeine Zunge nieder und zuruͤck, ſprechen en abermals vor, und der Schuͤler bringt in der Regel ein ng hervor. Eben ſo wird nk gebildet, mit dem Unter⸗ ſchiede, daß k gehoͤrt wird.

Bei den Lauten l und r finden wir keine verwandtſchaftliche Bildung mit andern Lauten. Sie werden im Mundraume mittelſt der Zungenſpitze gebildet, ſind mit Stimme begleitet und entſtehen beide durch das Zungenzittern.

l wird gebildet, wenn man die Zungenſpitze leicht und breit dicht hinter den obern Schneidezaͤhnen feſt an den Gaunen, den andern Theil der Zunge aber vorwaͤrts legt und die ausſtroͤmende Luft toͤnend an den beiden Raͤndern der Zunge entweichen, gleichſam entgleiten, laͤßt. Die ausſtroͤmende Luft an beiden Seiten der Zunge fuͤhlt der Schuͤler mittelſt ſeiner zwei vorhaltendeu Fin⸗ gerſpitzen, und das Tonartige nimmt er am vibrirenden Kehlkopfe des Lehrers

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