Aufsatz 
Über das Historische und Unterrichtliche der Anstalt, mit besonderer Beziehung auf den Sprachunterricht
Entstehung
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Doch wird bemerkt, daß zur Erregung und Weckung ganz ſtumpfſinniger, von Haus aus verwahrloſter Kinder die Geberdenſprache nie zu entbehren iſt, viel⸗ mehr bei ſolchen geiſtesdumpfen, ſtarren Naturen dieſe Sprache, auf die Unter⸗ haltung uͤber ſinnliche Gegenſtaͤnde beſchraͤnkt, das einzige Mittel iſt, ihre Auſ⸗ merkſamkeit zu wecken und den eigentlichen Unterricht vorzubereiten.

Mit dieſen erſten Anſchauungsuͤbungen beginnt dann zugleich der Schreih⸗ und Sprechunterricht, indem mit dem Buchſtaben auch der ihm entſprechende Laut gegeben wird, ſo daß Schreiben, Leſen und Sprechen und umgekehrt in der Behandlung als ein Unterrichtsgegenſtand vorkommt. Der verbundene Schreib⸗, Leſe⸗ und Sprechuuterricht iſt meines Erachtens das zweckmaͤßigſte Mittel, den Taubſtummen mit unſerer Denk⸗ und Sprachweiſe bekannt zu machen, und ihn ſo wahrhaft geiſtig entwickelnd und bildend in den Beſitz und Gebrauch unſerer Sprache zu bringen. Mit dem Schreib- und Sprechunterrichte verbindet ſich das Abſehen des Geſprochenen vom Munde des Lehrers, indem der Taubſtumme ſchon bei Entlockung der Laute gewoͤhnt wird, die Stellung und Bewegung der Sprachorgane, wie ſie zur Hervorbringung des Lautes erforderlich ſind, anzu⸗ ſchauen und das Wahrgenommene nachzuahmen, d. h. zu ſprechen und zu ſchrei⸗ ben. Er wird aber zum Nachſprechen des Lautes veranlaßt, indem er mit ſei⸗ ner Hand am Kehlkopfe, an der Bruſt, am Kinn des Lehrers das Toͤnen(Ton⸗ artige) des Lautes fuͤhlen kann, und die Thaͤtigkeit des ſprechenden Mundes des Lehrers ſo lange nachahmt, bis er den Laut vernehmlich und deutlich auszuſpre⸗ chen vermag. Das Verfahren beim Unterrichte in der Lautſprache weicht nicht viel von demjenigen ab, welches man bei hoͤrenden Kindern zu beobachten pflegt; der Unterricht ſelbſt kann daher von jedem Lehrer ertheilt werden, wenn er die Geſchicklichkeit beſitzt, dem Taubſtummen durch das Geſicht und Gefuͤhl die Be⸗ wegungen und Stellungen der ſprechenden Organe wahrnehmbar zu machen und ihn zur Nachahmung des Wahrgenommenen zu veranlaſſen. Dieſe Geſchicklich⸗ keit kann ſich Jeder leicht durch die Beobachtung ſeiner Organbewegung behufs der Lautbildung vor dem Spiegel verſchaffen; doch iſt das Taubſtummen⸗-Inſtitut der beſte Ort zum ſichern Erwerb derſelben.

Es hat die Natur in ihrem weiſen Walten als das Element der Laute die