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äußeren Bezeichnung, ſie ſei muͤndlich oder ſchriftlich, das Vorgeſtellte und Ge⸗ dachte mittheilen, ſo wie die Denk⸗ und Ausdrucksweiſe Anderer verſtehen lehrt. Die allgemenen Bildungsgeſetze bringen wir demnach bei dem Taubſtummen ſo⸗ in Anwendung, daß er in unſerer Sprache denken, reden, ſchreiben und die Rede ſeiner Mitmenſchen verſtehen lernt, wie wenn er ein Vollſinniger waͤre.
Zur Erſtrebung dieſes Zweckes dient uns folgendes Verfahren: Nach er⸗ folgter Aufnahme des Taubſtummen in den Unterricht iſt der Lehrer vorzugs⸗ weiſe bemuͤht, die Geberdenſprache ſeines Schuͤlers zu erforſchen, um daraus ſeine geiſtige Entwicklungsſtufe zu ermitteln und ſeine Geberdenzeichen, die nach ſeiner eigenthuͤmlichen Auffaſſungsweiſe, wie auch nach Verſchiedenheit ſeines fruͤ⸗ heren Aufenthaltes und ſeiner Verhaͤltaißſe fuͤr einen und denſelben Gegenſtand oft ſehr verſchieden ſind, den in der Anſtalt angenommenen Zeichen mehr anzu⸗ paſſen. Auf dieſe Weiſe bilden ſich zwiſchen Lehrer und Schuͤler die durchaus nothwendigen Anknuͤpfungspunkte fuͤr den Unterricht, das erſte naturgemaͤße Ver⸗ ſtaͤndigungsmittel, ohne welche man dem Taubſtummen nicht beikommen kann und in deren Ermangelung der Tanbſtummen⸗Unterricht unmoͤglich waͤre. Iſt die Mittheilung durch Geberdenzeichen angeknuͤpft, ſo beginnen wir den erſten Anſchauungsunterricht und unterhalten uns demgemaͤß mit dem taubſtummen Kinde uͤber ſinnliche Gegenſtaͤnde pantomimiſch, aͤhnlich, wie es der Lehrer mit dem Vollſinnigen muͤndlich zu thun pflegt, um das Anſchauungsvermoͤgen zu uͤben und ſeine Aufmerkſamkeit auf einen beſtimmten Gegenſtand zu lenken. Die Gegenſtaͤnde der Sinnenwelt werden dergeſtalt dem Taubſtummen entweder in der Wirklichkeit oder in Abbildungen zur Betxachtung gegeben, zu welchem Be⸗ hufe die Lehrzimmer mit zweckmaͤßigen Bildern, Stoffen und anderen Linſchau⸗ ungsmitteln verſehen ſind.
Im Bezug auf die Geberdenſprache uͤberhaupt ſind wir jedoch weit entfernt, dieſelbe auf Koſten der Wortſprache anzuwenden oder ſie als einen beſonderen Lehrgegenſtand zu behandeln. Nein, unſer Streben zielt vielmehr dahin, dieſelbe durch allmaͤhlige Anbildung und Anwendung der Lautſprache, ſobald wie thun⸗ lich, in Hintergrund zu draͤngen, ſie im Verlaufe des Unterrichts hoͤchſtens als einen Nothbehelf zu benutzen und ſpaͤter moͤglichſt ganz entbehrlich zu machen.
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