Aufsatz 
Über das Historische und Unterrichtliche der Anstalt, mit besonderer Beziehung auf den Sprachunterricht
Entstehung
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hauptſaͤchlich, die Freunde des Schulweſens uͤber den Unterricht in der Anſtait ſelbſt, infoweit es in dieſen Blaͤttern thunlich iſt, auft zuklaͤren

Wie die Volksſchule, ſo bezweckt auch unſere Anſtalt eine moͤglichſt vol. ſtaͤndige Elementarſchulbildung, ſie will die taubſtummen Kinder zu religioͤs⸗ſitt⸗ lichen und buͤrgerlich brauchbaren Menſchen bilden. Die Unterrichtsgegenſtaͤnde der Elementarſchule ſind alfo auch die des Taubſtummen⸗Inſtituts und auf die⸗ ſelben Grundſaͤtze baſirt. Da das taubſtumme Kind aber der Sprache erman⸗ gelt, welche das vollſinnige als Anknuͤpfungsmittel zum Unterrichte in die Schube mitbringt, ſo findet in dieſer Hinſicht eine Abweichung oder Verſchiedenheit Statt und zwar ſo lange, bis der Taubſtumme durch einen kuͤnſtlichen Unterricht jener Elementarſprache ich moͤchte ſie Hausſprache nennen maͤchtig geworden iſt. Es iſt daher unſere erſte Aufgabe, dem Taubſtummen eine ſolche Sprache auf dem ſeinem Gebrechen angemeſſenen Wege anzubilden und ihm damit auch die durch dieſe Sprache bedingten Kenntniſſe und Fertigkeiten zu verſchaffen. Iſt dieſes Hauptverſtaͤndigungs- und Bildungsmittel dem Taubſtummen eigen geworden, ſo hoͤrt der oben beruͤhrte Unterſchied meiſt auf, und er kann dann ebenſo und in denſelben Gegenſtaͤnden unterrichtet werden, wie der Vollſinnige, wenn auch der Bildungskreis durch das unſerem Schuͤler eigenthuͤmliche Gebre⸗ chen beſchraͤnkter und beengter bleibt. Hauptaufgabe und Hauptzweck bleibt es alſo immer, den Taubſtummen in den Beſitz unſerer Sprache, d. h. der Laut⸗ und Schriftfprache und der dadurch bedingten geiſtigen Bildung zu ſetzen oder ihn, nach Graſer's Ausdruck,der Menſchheit wieder zu geben.

Da die Sprache die Aeußerung unſeres Denkens iſt, die Gedanken aber von Vorſtellungen an wahrnehmbaren Dingen(Sachen) erzeugt und mittelſt des muͤndlichen oder ſchriftlichen Ausdrucks oder der Laut⸗ und Schriftſprache ver⸗ koͤrpert, mithin dem Auge ſowohl, als dem Ohre wahrnehmbar gemacht werden; ſo ermoͤglichen wir die Aneignung dieſer Elementarſprache 1) durch einen Sach⸗ unterricht, welcher in dem Taubſtummen Vorſtellungen und Gedanken erweckt, 2) durch einen Sprachzeichenunterricht(Schrift⸗- und Lautzeichenunterricht), wel⸗ cher die erregten Vorſtellungen und Gedanken dem Auge wahrnehmbar bezeich⸗ net, und 3) durch einen eigentlichen Sprachunterricht, welcher mittelſt dieſer