Aufsatz 
Über platonische Mythen, insbesondere den Mythos im platonischen Phädrus / von ... Deuschle
Entstehung
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ſchon darin ein charakteriſtiſches Merkmal zu Tage, daß die vier erſten Stufen je drei, die vier folgenden nur zwei Beiwörter haben; dadurch ſollte wohl angedeutet werden, daß je höher das Princip der Seelen⸗ thätigkeit in ſich, d. h. je tiefer und idealer ihr Inhalt, deſto größer ſei auch ihr Umfang, deſto mannig⸗ faltiger und individueller die Modifikationen der Wirkſamkeit in der äußeren Welt. Daß die Attribute theilweiſe ſynonymer Art ſind, duürfte nicht entgegen ſein; denn die Einheit des Mittelpunktes, die Art des Inhalts der Seele mußte in der Ueberſicht über die daraus hervorgehenden Thätigkeitsformen feſtge⸗ halten werden. Die vier erſten Stufen ſind von einem edlen geiſtigen Zuge beſtimmt, indem ſie nach der Natur des Obſjektes, mit dem ſie ſich beſchäftigen, ein Allgemeines darum noch Ideales als ihr Ziel ver⸗ folgen. Noch die vierte Klaſſe hat den Beiſatzeοmτσςνοον und wird dadurch den folgenden gegenüber ge⸗ adelt. Nun ſteht jeder der vier erſten Klaſſen eine andere gegenüber, die es lediglich innerhalb derſelben Sphäre mit dem Scheine oder der unmittelbaren Materialität zu thun hat. So dem Philoſophen u. ſ. w. der αφα. Er ergreift auch das Göttliche; aber nicht mit Bewußtſein und in Wahrheit, ſondern un⸗ bewußt und dem Scheine nach; dem wahren Könige, Helden und Herrſcher ſteht gegenuͤber der Dichter und Nachahmer in jeder Art, weil jener in der Wirklichkeit ſchafft und handelt, dieſer nur ααQ · Ü50 Toterv. Der Nachdruck iſt auf ouντιν⁴ς zu legen und dies ſeiner Grundbedeutung nach aufzufaßen ein treffendes Wortſpiel! Dabei muß man vorzugsweiſe den epiſchen Dichter im Auge haben. Dem Staats⸗ mann, Oekonomen und reichen Beſitzherrn, die alle drei in äußeren Dingen aufs Große und Allgemeine arbeiten und was die Wirklichkeit bietet, nach beſtimmten Richtungen hin auszubeuten ſuchen, ſteht der auf die Scholle angewieſene Landbauer und der von der Handarbeit ſich ernährende Handwerksmann gegen⸗ über. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß man*νιακσιοιιι⁶ς nicht in ſeiner niedrigſten Bedeutung faßen darf! Endlich entſpricht demo*ανατας τενοοι ⁶ό⁴‿ιατοο αασꝙ˙⁸εασαἀειενο˙ε, deren jener aus Liebe zur Thätigkeit, dieſer zum Heile für andere thätig iſt, beide auf körperlichem Gebiete, der Sophiſt und De⸗ magog, deren jener ſich nur im Scheingefecht mit Worten tummelt, dieſer die Gebrechen des Staates und der Geſellſchaft heilen zu wollen vorgibt; beide ſchaden anſtatt zu nützen. In dieſen acht Klaſſen iſt die Hingabe an das Objekt noch unverkennbar, aber je niedriger das Objekt, deſto höher ſteigt die Selbſt⸗ ſucht, deſto mehr Raum gewinnen die perſönlichen Intereſſen den ſachlichen ab. Ganz allein, einſam im Zuge, ohne Beiwort, ungetheilt in der Richtung der Thätigkeit ſteht der 1 οαινννιννκς da. Sein Princip iſt der Egoismus; idealen Inhalt hat er nicht; ebenſowenig eine Unterlage eines Objektes der Wirklichkeit. Ihm konnte darum auf höherer Stufe kein Lebensberuf entſprechen, er ſteht allen gegenüber. Wenn ich nun oben ſagte, je höher die Stufen, deſto mannigfaltiger die Individualität, ſo bezieht ſich das natürlich nur auf die ſeeliſche Qualität; die größere Zahl fällt gewiß den niederen Stufen zu.

Die in ſich ſo mannigfach gegliederte Menſchenſeele ſchließt ſich nun ganz und gar ab von der Thier⸗ ſeele. Dieſe iſt niemals zu einer Wahrheitserkenntniß gelangt, hat keinen idealen Inhalt, kann daher auch das formale Denkgeſetz, welches aus dem Inhalt ſelber ſtammt, nicht in ſich tragen 248 B. Ebenſo ſcharf geſchieden iſt ſie andererſeits von der Götterſeele, die keine ſtückweiſe, ſondern eine vollkommene Wahrheits⸗ erkenntniß genießt 247 C. D. Während dort das Unterſcheidende in dem formalen Vermögen liegt, das, ſo ſehr es auf dem Inhalt ruht, erſt das Denken macht, ſo iſt es nach dieſer Seite hin in dem Inhalt ſelbſt gelegen und das Formale tritt in dem Göttlichen als unweſentlich zurück. Dieſes bedarf wohl der Methode des Denkens nicht, da es die Idee unmittelbar faßt und anſchaut. Das Verhältniß der Men⸗ ſchenſeele zu den Göttern kann ich nicht übergehen, ohne eine kurze Bemerkung anzuknuͤpfen. Kriſche p. 52 ſagt: ourſprünglich gehörte die menſchliche Seele der göttlichen oder der Weltſeele an. Ihre Ver⸗

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